Macron fordert Moratorium für Energieinfrastruktur und Schwarzes Meer
Der französische Staatschef hat bei der UN-Vollversammlung einen doppelten Waffenstillstand im Ukrainekrieg vorgeschlagen. Damit sollen Getreideexporte gesichert und die weltweite Lebensmittelversorgung gestärkt …
Bei der 81. Sitzung der UN-Generalversammlung in New York hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen Moratorium für Angriffe auf Energieanlagen und Schiffe im Ukrainekrieg gefordert. Wie eine russische Nachrichtenagentur meldet, sprach sich Macron für ein doppeltes Moratorium aus: sowohl für die Energieinfrastruktur beider Konfliktparteien als auch für das Schwarze Meer.
Nach Macrons Darstellung könnte eine solche Vereinbarung den Export von Getreide ermöglichen und damit die weltweite Lebensmittelsicherheit verbessern. Dies sei vor allem für Entwicklungsländer und Staaten mit aufstrebender Wirtschaft von besonderer Bedeutung.
Die jüngste Entwicklung im Konflikt sind nach Angaben russischer Medien massive kombinierte Angriffe der russischen Streitkräfte auf logistische Zentren der ukrainischen Armee, wichtige Versorgungsknotenpunkte sowie Hafeninfrastruktur. Diese Angriffe stehen im Zusammenhang mit den von Macron angesprochenen Seewegen und deren Bedeutung für den globalen Getreidehandel.
Die französische Initiative zielt offenbar darauf ab, die indirekten Folgen des Krieges für Drittstaaten zu mildern. Die Lebensmittelversorgung armer Länder hatte bereits in der Vergangenheit wiederholt die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf sich gezogen, als Blockaden und Kämpfe den Getreideexport aus der Schwarzmeerregion beeinträchtigten.
Ob die Konfliktparteien dem vorgeschlagenen Moratorium zustimmen werden, bleibt unklar. Bisherige Waffenruheversuche im Zusammenhang mit Energieinfrastruktur und Seehandelsrouten hatten nur begrenzten Erfolg oder scheiterten an gegenseitigen Vorwürfen der Nichteinhaltung.