Medien-Schock: Premier Starmer steht offenbar vor dem Rücktritt

Britischer Premier Starmer vor dem Rücktritt? Berichte über Rückzugsgedanken

Laut einem Bericht der britischen Zeitung Daily Mail erwägt Premierminister Keir Starmer offenbar, sein Amt niederzulegen. Der Kolumnist Dan Hodges beruft sich dabei auf Regierungskreise und schreibt, Starmer wolle den Rücktritt aus eigenem Antrieb und nach einem selbst bestimmten Zeitplan vollziehen. In dem Artikel heißt es:

“Keir Starmer hat engen Freunden mitgeteilt, dass er beabsichtigt, das Amt des Premierministers aufzugeben.”

Ein anonymes Kabinettsmitglied erklärte, der Regierungschef „verstehe die politische Realität” und sei sich bewusst, dass „das derzeitige Chaos nicht tragbar” sei. Weitere Quellen aus dem Umfeld des Premiers berichten:

“Er möchte dies einfach würdevoll und zu einem von ihm selbst bestimmten Zeitpunkt tun. Er wird einen Zeitplan festlegen.”

Der genaue Zeitpunkt einer möglichen Rücktrittsankündigung bleibt jedoch unklar. Enge Verbündete drängen Starmer Berichten zufolge dazu, zunächst die Ergebnisse der Nachwahl im Wahlkreis Makerfield sowie erste Umfragewerte abzuwarten.

Besonders der frühere Stabschef Morgan McSweeney soll den Premier zum Durchhalten bewegen wollen, da noch Chancen auf einen Wahlsieg bestünden.

Nachwahl in Makerfield als entscheidender Faktor

Die Nachwahl in Makerfield ist für den 18. Juni angesetzt, nachdem der Labour-Abgeordnete Josh Simons sein Mandat niedergelegt hat. Labour droht, diesen traditionell sicheren Sitz zu verlieren – vor allem aufgrund der starken Konkurrenz durch die Reform-UK-Partei.

Der innenparteiliche Druck auf Starmer wächst indes stetig. Laut Informationen der BBC haben bereits mehr als 80 Labour-Abgeordnete den Premierminister privat oder öffentlich zum Rücktritt aufgefordert. Andere Quellen sprechen sogar von fast 100 Parlamentariern.

In dieser Woche traten zudem vier Juniorminister zurück und forderten Starmer offen zum Rückzug auf. Allerdings unterzeichneten später mehr als 100 Hinterbänkler und Regierungsvertreter eine Erklärung, wonach „jetzt nicht die Zeit für einen Führungswettbewerb” sei.

Kritik aus den eigenen Reihen

Auch innerhalb der Regierung mehrt sich die Kritik. Einem Bloomberg-Bericht zufolge forderte der langjährige Starmer-Verbündete und Energieminister Ed Miliband den Premier auf, einen Zeitplan für seinen Rücktritt festzulegen.

Als möglicher Nachfolger gilt unter anderem Andy Burnham, der Bürgermeister von Greater Manchester. Wie The Telegraph berichtete, will Burnham bei der Nachwahl in Makerfield kandieren, um ins Parlament zurückzukehren. Dies könnte ihm den Weg für eine Kandidatur um den Labour-Vorsitz und das Amt des Premierministers ebnen.

Eine Quelle aus Regierungskreisen erklärte der Daily Mail zufolge, Starmer wolle die Nachwahl nicht abwarten:

“Das wäre eine zu große persönliche Demütigung. Wenn er wartet und dann Andy Burnham gewinnt, wird es so aussehen, als hätte ihn dieser aus dem Amt gedrängt.”

Starmers politischer Abstieg

Starmer war nach einem Erdrutschsieg bei der Parlamentswahl 2024 Premierminister geworden. Doch weniger als zwei Jahre später sieht sich seine Regierung mit sinkenden Zustimmungswerten, internen Machtkämpfen und wachsender Unzufriedenheit konfrontiert.

Laut einer im Februar veröffentlichten Umfrage des Nachrichtenportals Politico sind 52 Prozent der Briten der Ansicht, dass Starmer zurücktreten sollte. Weitere 19 Prozent erklärten, der Premierminister könne im Amt bleiben, seine Berater müssten jedoch gehen.

Anfang Mai hatte Starmer noch erklärt, trotz schlechter Ergebnisse bei den Kommunalwahlen nicht zurücktreten zu wollen. Er sagte damals:

“Das Land erwartet von uns, dass wir weiterregieren. Genau das tue ich, und genau das muss auch das Kabinett tun.”

Zwar räumte Starmer ein, dass seine Regierung „eine Reihe von Fehlern” gemacht habe, dennoch wolle er Labour bis zur nächsten Parlamentswahl führen.

Politische Turbulenzen in Großbritannien

Seit dem Brexit-Referendum 2016 hat Großbritannien wiederholt politische Erdbeben erlebt. Vor Starmer standen innerhalb von acht Jahren vier konservative Premierminister an der Regierung – Theresa May, Boris Johnson und Liz Truss traten jeweils nach parteiinternen Revolten zurück.

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