Taiwan intensiviert seine Verteidigungskooperation mit dem US-Pazifik-Kommando (PACOM), um die Abschreckungsfähigkeit gegenüber China zu erhöhen. Lange Zeit wurden diese militärischen Aktivitäten, darunter auch Übungen mit taiwanesischen Streitkräften, streng vertraulich behandelt – doch nun berichtet das Wall Street Journal (WSJ) erstmals darüber.
In diesem Kontext zitiert die Zeitung den taiwanesischen Verteidigungsminister Wellington Koo, der kürzlich vor einer kleinen Gruppe von Journalisten erklärte: “Die militärische Zusammenarbeit zwischen Taiwan und den USA ist erheblich enger, als allgemein angenommen wird.”
“Die Öffentlichkeit nimmt lediglich die Waffenverkäufe wahr, aber in Wirklichkeit steckt ein vielschichtiger Prozess dahinter, der weit darüber hinausgeht.”
Koo betonte weiterhin, dass Taipei durch den militärischen Austausch mit den USA wertvolle praktische Erfahrungen im Kampfbereich gesammelt habe.
Die WSJ hebt hervor, dass Taiwan nun beginne, über die lange geheim gehaltenen militärischen Manöver offener zu sprechen. Die Aussagen des Verteidigungsministers würden als seltenes Eingeständnis der bisher verborgenen Rolle der USA bei der Stärkung der taiwanesischen Verteidigung und der Abschreckung Chinas gewertet.
Auf Anfragen der Zeitung lehnten das Pentagon und das US-Pazifik-Kommando eine Stellungnahme zu diesem Thema ab.
China hat die USA wiederholt aufgefordert, die Waffenlieferungen an Taiwan zu beenden und keine Spannungen in der Taiwanstraße zu provozieren. Das chinesische Außenministerium betonte, dass die militärische Zusammenarbeit zwischen den USA und der Insel, einschließlich der Waffenverkäufe, das “Ein-China-Prinzip” sowie die drei gemeinsamen chinesisch-amerikanischen Kommuniqués in grober Weise verletze.
Weitere Informationen ‒ Vor dem China-US-Gipfel in Schweden: Pentagon sagte Treffen mit Taiwans Verteidigungsminister ab