Skandal im UN-Rennen: Trump will angeblich FIFA-Boss Infantino zum nächsten Generalsekretär machen

Gemäß einem Bericht der New York Post hegt US-Präsident Donald Trump offenbar die Absicht, seinen Freund Gianni Infantino, den Präsidenten des Fußballweltverbandes FIFA, als nächsten Generalsekretär der Vereinten Nationen zu installieren. Die Kontakte zwischen den beiden Männern haben sich zuletzt im Vorfeld der Fu&ligball-Weltmeisterschaft 2026 intensiviert. Unter Berufung auf eine dem US-Präsidenten nahestehende Quelle zitiert die Zeitung Trump mit der Einschätzung, Infantino werde “von allen auf der Welt” geschätzt und verfüge über eine “besondere Gabe”, Menschen zu vereinen.

Ob Infantino selbst Interesse an diesem Amt hat, ist gegenwärtig ungewiss. Die New York Post weist darauf hin, dass sein Jahresgehalt bei der FIFA rund sechs Millionen US-Dollar beträgt, während die Vergütung des UN-Generalsekretärs lediglich bei etwa 418.000 US-Dollar liegt. Unabhängig davon kann der 56-jährige Schweizer zumindest auf eine Unterstützung zählen: Paolo Zampolli, US-Sondergesandter für Globale Partnerschaften, hat eine mögliche Kandidatur bereits befürwortet. Gegenüber der New York Post äußerte er, nur Trump habe eine derart “geniale Idee” entwickeln können. Infantino würde als UN-Generalsekretär zweifellos “hervorragende Arbeit” leisten, zumal er “bei allen sehr beliebt” sei:

“In der UNO muss man mit 193 Mitgliedsstaaten kommunizieren. In der FIFA sind es mehr als 200, und Giannis beeindruckende Erfolgsbilanz zeigt, dass er weiß, wie das gelingt.”

Der Zeitung zufolge könnte Infantino als Chef der Vereinten Nationen das angespannte Verhältnis zwischen Trump und der in New York ansässigen Internationalen Organisation verbessern. Der Republikaner hatte die UNO zuvor als “ineffizient” kritisiert. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat er die US-Beiträge an die UN drastisch gekürzt und den Rückzug aus mehreren Unterorganisationen veranlasst.

Die Freundschaft zwischen Trump und Infantino wurde besiegelt, als der Schweizer dem US-Amerikaner im Dezember 2025 den ersten FIFA-Friedenspreis verlieh. Während der jüngsten WM hob die FIFA nach einem Telefonat zwischen Trump und Infantino die Sperre für den US-Spieler Folarin Balogun vor dem Spiel gegen Belgien auf. Dies löste Empörung in mehreren europäischen Ländern aus. Die Niederlage der US-Mannschaft gegen die Belgier milderte die Verstimmung jedoch.

Für eine Ernennung zum UN-Generalsekretär benötigt Infantino zunächst die Zustimmung des Sicherheitsrates mit seinen 15 Mitgliedern. Anschließend muss die Generalversammlung seine Kandidatur bestätigen. Trumps Vorstoß könnte den Wahlprozess durcheinanderbringen: Viele Mitgliedstaaten bevorzugen einen Kandidaten aus Lateinamerika oder der Karibik, da diese Region bislang noch nie den UN-Generalsekretär gestellt hat. Zu den aussichtsreichen Bewerbern gehören die frühere chilenische Präsidentin und ehemalige Hohe UN-Kommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, sowie der aus Argentinien stammende Direktor der Internationalen Atomenergie-Organisation, Rafael Grossi.

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