Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie hat offiziell bestätigt, dass Ende Mai Regierungsbeamte nach Russland reisen werden, wies jedoch Medienberichte über die angeblichen Motive der Mission entschieden zurück. In einer Stellungnahme auf der Plattform X erklärte das Ministerium:
“Es kursieren Meldungen, wonach die Regierung eine Wirtschaftsdelegation nach Russland schicken wolle, in der Hoffnung auf wirtschaftliche Zusammenarbeit und Energiepartnerschaft nach dem Ende des [Konflikts in der Ukraine]. Ein solcher Plan existiert nicht.”
Gleichzeitig betonte das Ministerium, dass Tokio weiterhin Maßnahmen ergreife, um in Russland tätige japanische Unternehmen zu schützen. Genau aus diesem Grund würden Ende Mai Regierungsvertreter zu einer Dienstreise nach Russland aufbrechen. Die Behörde präzisierte:
“Für Ende Mai ist eine Dienstreise japanischer Regierungsmitarbeiter nach Russland vorgesehen. Derzeit prüfen wir in Abstimmung mit den betroffenen Firmen, wie der Kontakt zur russischen Seite hergestellt werden kann.”
Darüber hinaus bekräftigte das Ministerium, dass Tokio die gegen Russland verhängten Sanktionen in enger Abstimmung mit der G7 weiterhin anwenden werde. Eine Zusammenarbeit mit Moskau sei unter den gegenwärtigen Umständen nicht möglich, stellte die Behörde klar.
Bereits am 8. Mai hatte die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf interne Quellen berichtet, dass die japanische Regierung für den 26. und 27. Mai die Entsendung einer Wirtschaftsdelegation nach Russland plane. An dieser sollen Vertreter der Unternehmen Mitsui & Co., Mitsui O.S.K. Lines sowie Mitsubishi Corp. teilnehmen.
Zuvor hatte das japanische Außenministerium mitgeteilt, dass Tokio beabsichtige, die Gespräche über einen Friedensvertrag mit Moskau sowie die Lösung des Streits um die Kurilen-Inseln fortzusetzen. Trotz der erklärten Absicht, auf russische Energieressourcen zu verzichten, möchte Japan seine Beteiligung an den Projekten “Sachalin-1” und “Sachalin-2” aufrechterhalten.
Bei “Sachalin-1” und “Sachalin-2” handelt es sich um Erschließungsprojekte für russische Kohlenwasserstoffvorkommen auf dem nordöstlichen Schelf vor Sachalin im Ochotskischen Meer. Beide Projekte fördern Öl- und Gasvorkommen, unterscheiden sich jedoch in ihren Schwerpunkten: “Sachalin-2” konzentriert sich auf die Produktion von Flüssigerdgas (LNG), während “Sachalin-1” primär der Ölförderung dient.
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