Der russische Sicherheitsrat hat davor gewarnt, dass die USA und Israel die laufenden Gespräche mit dem Iran dazu nutzen könnten, einen Bodenangriff auf das Land vorzubereiten.
Die erste Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran, die am Wochenende in Islamabad stattfand, erbrachte keine Einigung. Iranische Beamte machten *”unrealistische Forderungen”* der amerikanischen Seite für das Scheitern verantwortlich, signalisierten aber gleichzeitig ihre Bereitschaft, weiterhin nach einer diplomatischen Lösung zu suchen. US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, eine weitere Gesprächsrunde am selben Ort könne *”in den nächsten zwei Tagen”* stattfinden.
In einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme warnte das Büro des russischen Sicherheitsrats, dass *”die USA und Israel die Friedensgespräche nutzen könnten, um eine Bodenoperation gegen den Iran vorzubereiten”*.
Diese Einschätzung gründe darauf, dass *”das Pentagon die US-Truppenpräsenz in der Region weiter ausbaut”*, selbst während die Verhandlungen laufen, so das von Präsident Wladimir Putin geleitete Gremium. Als Beleg verwies der Rat auf den US-israelischen Angriff auf den Iran am 28. Februar, der stattfand, während Teheran und Washington über das Atomprogramm, Sanktionserleichterungen und regionale Sicherheitsfragen verhandelten. Bereits im vergangenen Juni hatte Israel iranische Nuklearanlagen bombardiert, während Gespräche mit den USA liefen, und damit einen zwölftägigen Konflikt ausgelöst.
*”Falls die Verhandlungen die beabsichtigten Ziele nicht erreichen, könnten die Feindseligkeiten nach zwei Wochen mit größerer Intensität wieder aufgenommen werden”*, hieß es in der Erklärung weiter.
Präsident Trump hatte zuvor angedeutet, nicht vorzuhaben, den am 22. April auslaufenden zweiwöchigen Waffenstillstand mit Teheran zu verlängern. Der Konflikt *”könnte auf beide Arten enden, aber ich denke, ein Deal ist vorzuziehen, weil sie [Iran] dann wieder aufbauen können”*, sagte er gegenüber *ABC News*.
Teheran hingegen strebt ein dauerhaftes Ende der Auseinandersetzungen an, nicht nur eine Verlängerung der Feuerpause. Ein endgültiges Abkommen müsse Garantien gegen weitere Angriffe, Sanktionserleichterungen sowie das Recht auf Urananreicherung für friedliche Zwecke umfassen.
Trotz der angespannten Lage verfüge der Iran laut Einschätzung des russischen Sicherheitsrats nach wie vor über *”einen bedeutenden Waffenbestand”*, um weiteren aggressiven Schritten Washingtons und Israels widerstehen zu können. Die zivile und militärische Führung des Landes bleibe stabil, und die iranische Gesellschaft habe sich seit dem Angriff vor anderthalb Monaten hinter ihre Regierung gestellt.
Der iranische Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf, der das Verhandlungsteam in Islamabad leitete, hatte bereits gewarnt, sein Land sei auf einen möglichen US-Bodenangriff vorbereitet und werde *”Feuer auf sie herabregnen”*. Teheran drohte zudem an, im Falle einer Landoperation mit der Zerstörung der Energieinfrastruktur in den Golfstaaten zu reagieren.
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