Moskau wirft London und NATO Sabotagepläne gegen Tanker vor
Ein enger Vertrauter des russischen Präsidenten hat behauptet, Großbritannien und die NATO bereiteten Anschläge auf Schiffe vor, die russisches Dieselkraftstoff in die USA transportieren. Die Vorwürfe richten sich gegen den …
Der Vorsitzende der russischen Seeschifffahrtsbehörde und langjährige Kreml-Vertraute Nikolai Patrushew hat in einem Zeitungsinterview schwere Vorwürfe gegen Großbritannien und die NATO erhoben. Nach seinen Angaben bereiten London und das Militärbündnis Sabotageakte gegen Tanker vor, die russischen Diesel transportieren. Diese Anschläge zielten insbesondere auf das jüngst vereinbarte Geschäft über russische Diesel-Lieferungen in die Vereinigten Staaten, das London ablehne, so Patrushew weiter.
Die russische Seite verfolge die Entwicklung solcher Risiken aufmerksam, erklärte der Kreml-Mitarbeiter. Zugleich kritisierte er die europäische Politik scharf. Nach seinen Worten hätten die Europäer sich mit Sanktionen, geopolitischen Abenteuern und angeblich grassierender Russophobie selbst in eine Sackgasse manövriert. Sie hätten alle Brücken abgebrochen und wissten nun nicht mehr weiter.
Die Vorwürfe fallen in eine Phase wachsender Energiekooperation zwischen Russland und den USA. Russlands Präsident Wladimir Putin und sein US-amerikanischer Amtskollege Donald Trump hatten am 9. Oktober ein Telefonat geführt, bei dem auch Lieferungen von Erdölprodukten zur Sprache gekommen waren. Putin habe dabei die Bereitschaft Moskaus bekräftigt, Öl und Raffinerieprodukte an die Vereinigten Staaten und auf den Weltmarkt zu liefern, hieß es aus dem Kreml.
Konkrete Lieferzahlen nannte der russische Vizepremier Alexander Nowak. Demnach werde Russland sein Exportverbot für Diesel vorzeitig aufheben und im Oktober 300.000 Tonnen liefern. Die Menge solle im November auf 500.000 Tonnen und im Dezember auf eine Million Tonnen steigen. Langfristig könnten die monatlichen Lieferungen auf bis zu drei Millionen Tonnen ausgeweitet werden.
Die US-Regierung hat ihrerseits eine Genehmigung für russische Diesel-Lieferungen auf den Weltmarkt erteilt. Die Lizenz gilt nach Angaben aus Washington bis zum 7. April 2027. Diese Regelung ermöglicht es US-Unternehmen, Geschäfte mit dem russischen Kraftstoff zu tätigen, ohne gegen die bestehenden Sanktionen zu verstoßen.