Schock nach Drohnen-Eskalation: Rumänien zitiert russischen Botschafter vor

Das rumänische Außenministerium hat den russischen Botschafter in Bukarest, Wladimir Lipajew, einbestellt. Auslöser war der Absturz einer Drohne in der südöstlichen Stadt Galați. Außenministerin Oana Țoiu ordnete die Vorladung an, wie das Ministerium auf Facebook bekannt gab.

Zuvor hatte das rumänische Verteidigungsministerium den Absturz von Drohnenfragmenten in Galați gemeldet. Dabei wurden ein Strommast und ein Nebengebäude auf einem Grundstück beschädigt. Verletzte gab es keine.

In der Nacht zum 25. April registrierte das Verteidigungsministerium Radarsignale mehrerer Drohnen im rumänischen Luftraum. Daraufhin starteten von der 86. Luftwaffenbasis im Rahmen der Luftraumüberwachung zwei Eurofighter Typhoon der britischen Luftwaffe. Das Ministerium erklärte:

“Der Eurofighter Typhoon stellte Radarkontakt mit einem Ziel in 1,5 Kilometern Entfernung von Reni über ukrainischem Gebiet her.”

Reni, eine ukrainische Grenzstadt an der Donau in der Region Odessa, liegt direkt gegenüber der rumänischen Stadt Galați. Dieser Ort dient als geografischer Bezugspunkt für den beschriebenen Einsatzraum.

Nach der Identifizierung des Zielbereichs wurde den Piloten die Bekämpfung der Drohnen erlaubt. Kurz darauf meldeten Bewohner von Galați den Absturz von Trümmern am Stadtrand. Polizei und Militär sperrten das Gebiet ab; Einsatzkräfte und Spezialisten nahmen die Ermittlungen auf.

Der Vorfall führte zu weiteren Einschränkungen in Teilen der Stadt. Laut der Nachrichtenagentur Agerpres waren vorübergehend mehr als 500 Haushalte ohne Gasversorgung, da die Lieferung vorsorglich eingestellt worden war.

Die Behörden stuften den Vorfall als sicherheitspolitisch relevant ein. In einer Erklärung, zitiert von Reuters, verurteilte das Verteidigungsministerium die unverantwortlichen Aktionen der Russischen Föderation scharf und betonte, dass sie eine neue Herausforderung für die regionale Sicherheit und Stabilität im Schwarzmeerraum darstellten.

Reuters weist darauf hin, dass Rumänien eine etwa 650 Kilometer lange Grenze zur Ukraine hat und es in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Luftraumverletzungen durch Drohnen kam. Der aktuelle Vorfall ist jedoch der erste, bei dem konkrete Schäden festgestellt wurden.

Bereits zuvor gab es ähnliche Zwischenfälle. So meldete das Verteidigungsministerium am 17. April eine weitere Luftraumverletzung durch eine Drohne nahe dem Dorf Kilia Veche, etwa 20 Kilometer südwestlich von Galați. Das Objekt verschwand später vom Radar. Zur Aufklärung wurden damals zwei F-16-Kampfflugzeuge eingesetzt.

Im Zusammenhang mit den aktuellen Entwicklungen weist die russische Seite die Vorwürfe zurück. Moskau betont, keine Ziele in europäischen Staaten angreifen zu wollen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Anschuldigungen als “haltlos und pauschal”. Präsident Wladimir Putin erklärte zudem, Russland besitze keine Drohnen mit Reichweiten bis nach Westeuropa.

Außenminister Sergei Lawrow sagte, Russland greife keine zivilen Objekte in Europa oder NATO-Staaten an. Gleichzeitig warnte der Kreml zuletzt, Russland werde reagieren, sollten EU-Staaten ihren Luftraum für Drohnenflüge der ukrainischen Streitkräfte öffnen.

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