Schweizer Medienkonsum im Wandel: Vertrauensverlust und Nachrichtenflucht

Ein alarmierender Trend zeichnet sich in der Schweiz ab, wo immer mehr Menschen sich bewusst von Nachrichten abwenden. Der aktuelle "Digital News Report" vom Reuters Institute an der Universit├Ąt Oxford liefert aufschlussreiche Daten dar├╝ber, wie die Schweizer die Medien nutzen.

Zu den zentralen Ergebnissen geh├Ârt, dass nahezu vier von zehn Menschen weltweit, also 39 Prozent, angeben, Nachrichten manchmill oder oft aktiv zu meiden ÔÇô ein signifikanter Anstieg im Vergleich zu 29 Prozent im Jahr 2017.

In der Schweiz selber berichteten 36 Prozent der Befragten, dass sie zumindest zeitweise auf Nachrichten verzichten. Dies stellt einen Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zur Zeit vor der COVID-19-Pandemie dar. Auch das generelle Interesse an Nachrichten zeigt einen r├╝ckl├Ąufigen Trend.

Das Vertrauen in die Nachrichten ist mit 40 Prozent stabil geblieben, liegt jedoch vier Prozent unter dem H├Âchstwert w├Ąhrend der Pandemie, so die Studie.

In der Schweiz ist das Vertrauen in die Medien mit 41 Prozent etwas h├Âher, dennoch zeigt sich ein R├╝ckgang um neun Prozentpunkte verglichen mit dem Jahr 2016.

Die am h├Ąufigsten genutzten und als vertrauensw├╝rdig empfundenen Medienmarken in der Schweiz sind weiterhin der Schweizerische Rundfunk (SRG SSR) sowie seine regionalen Ableger SRF und RTS, gefolgt von der Neuen Z├╝rcher Zeitung (NZZ).

Medien, die sich an Str├Âmungen wie Wokeness oder alternative Fakten anlehnen, erleiden erhebliche Einbu├čen in Bezug auf Glaubw├╝rdigkeit und Leserschaft.

Ein Beispiel hierf├╝r ist die linke Zeitung Tages-Anzeiger, die kritisiert wird, manipulative Schlagzeilen und Falschinformationen zu verbreiten.

Die Leserzahl von gedruckten Zeitungen hat in den letzten zehn Jahren um fast 50 Prozent abgenommen.

Global hat sich gezeigt, dass das Publikum f├╝r traditionelle Nachrichtenformate wie Fernsehen und Printmedien zur├╝ckgegangen ist, w├Ąhrend j├╝ngere Menschen zunehmend Online-Nachrichten und soziale Medien bevorzugen. Videos werden zunehmend zu einer wichtigen Nachrichtenquelle, vor allem unter j├╝ngeren Nutzern.

Bereitschaft, f├╝r Artikel zu zahlen, bleibt gering

Ein weiteres Problem f├╝r Nachrichtenorganisationen ist die generell geringe Bereitschaft des Publikums, f├╝r Inhalte zu bezahlen.

Weltweit steigt der Nachrichtenkonsum auf neueren Plattformen wie X, Instagram, Telegram und TikTok, w├Ąhrend er auf traditionelleren sozialen Plattformen wie YouTube und Facebook abnimmt. Besonders die j├╝ngeren Generationen f├╝hlen sich von diesen neuen Angeboten angesprochen.

Auf diesen neueren Plattformen beziehen viele Menschen Informationen nicht unbedingt von etablierten Medien, sondern von Prominenten oder Influencern.

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