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International

Naher Osten: Wird der Funke zum Flächenbrand? Was ein Krieg zwischen USA und Iran wirklich bedeuten würde

Lesezeit 4 Minuten aktualisiert 26. August 2026, 20:30 Uhr

Während sich eine wachsende US-Flotte im Golf von Oman in Stellung bringt, erreicht der langjährige Konflikt zwischen Washington und Teheran eine seiner gefährlichsten Phasen seit Jahren. Die Diplomatie bleibt zwar offiziell auf dem Tisch, doch Experten aus der Region warnen: Fehleinschätzungen, unklare Absichten und verhärtete Fronten könnten den Nahen Osten in einen Konflikt mit weltweiten Folgen stürzen.

Der US-Militäraufmarsch in der Region schreitet voran und bringt Iran in die direkte Reichweite amerikanischer Streitkräfte, sollte Washington zu militärischen Maßnahmen greifen. Präsident Donald Trump hat wiederholt betont, dass Teheran an den Verhandlungstisch zurückkehren und weitreichende Zugeständnisse machen müsse – nicht nur bezüglich seines Atomprogramms, sondern auch hinsichtlich seines Raketenarsenals, das die USA und Israel als direkte Bedrohung betrachten, sowie der Unterstützung für bewaffnete Gruppen wie die Huthis im Jemen und die Hisbollah im Libanon.

Letzte Woche signalisierte Irans Außenminister Abbas Araghtschi Verhandlungsbereitschaft, und Gespräche könnten in den kommenden Tagen stattfinden. Viele Analysten bleiben jedoch skeptisch, ob die Islamische Republik bei ihren strategischen Kerninteressen Zugeständnisse machen würde. Sollte die Diplomatie scheitern, droht ein Krieg.

Um die Motive der US-Politik und die möglichen regionalen Folgen eines Konflikts besser zu verstehen, sprach unsere Redaktion mit drei Experten aus Golfstaaten, die im Kriegsfall mit iranischen Vergeltungsschlägen rechnen müssten, da dort US-Truppen stationiert sind.

Der US-Marineaufmarsch vor dem Hintergrund wachsender Spannungen

Was steckt hinter Präsident Trumps Absicht, einen möglichen Krieg gegen den Iran zu beginnen?

Salman Al-Ansari, prominenter saudischer Geopolitikexperte: Aus Sicht Washingtons gilt Iran aufgrund seiner Unterstützung für Milizen, seines Urananreicherungsprogramms und seiner ballistischen Raketenfähigkeiten seit langem als destabilisierender Akteur in der Region. Präsident Trump ist persönlich von der grundsätzlich feindseligen Natur des iranischen Regimes überzeugt, bestärkt durch anhaltendes israelisches Lobbying, das ein entschlossenes Vorgehen gegen Teheran fordert.
Im Kern lassen sich Trumps Ziele in drei Forderungen zusammenfassen: Das Ende der iranischen Urananreicherung, die Auflösung des von Teheran unterstützten Milizennetzwerks im Irak, Libanon und Jemen sowie die Aufgabe seines ballistischen Raketenprogramms. Teherans Strategie hingegen ist einfacher: Zeit gewinnen. Zeit, bis Trump sein Amt verlässt. Zeit, um irreversible Zugeständnisse zu vermeiden. Zeit, um auf einen politischen Wandel in Washington zu warten.

Ahmed Khuzaie, politischer Berater aus Bahrain: Präsident Trumps Drohungen mit militärischen Maßnahmen gegen den Iran scheinen von einer Mischung aus strategischem Druck, innenpolitischer Signalwirkung und regionalen Machtverhältnissen getrieben zu sein.
Seine Rhetorik betont die Unterstützung für iranische Demonstranten und warnt Teheran gleichzeitig, dass die USA “bereit, willens und fähig” seien, notfalls mit überwältigender Gewalt einzugreifen.
Der Einsatz einer US-Flugzeugträgergruppe und die Präsenz Zehntausender US-Soldaten in der Region dienen als sichtbare Demonstration dieser Absicht, den Iran abzuschrecken und an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die Regierung hat jedoch ihr eigentliches Ziel nicht klar definiert: ob sie einen Regimewechsel, reine Abschreckung oder lediglich Druckmittel für Gespräche anstrebt. Diese Unklarheit macht die Situation instabil und erhöht das Risiko von Fehlkalkulationen.
Die Risiken sind erheblich. Der Iran hat Vergeltung für den Fall eines Angriffs angekündigt, was die Möglichkeit eines umfassenderen regionalen Konflikts mit seinen Verbündeten im Irak, Libanon und Jemen erhöht.
Eine militärische Konfrontation könnte die globalen Ölmärkte destabilisieren, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus unterbrechen und die Beziehungen der USA zu ihren europäischen Verbündeten belasten, die Diplomatie der Gewalt vorziehen. Ohne ein klar definiertes Ziel bergen Trumps Drohungen die Gefahr, ein Chaos ähnlich dem nach dem Sturz Saddam Husseins auszulösen und damit sowohl die regionale Stabilität als auch das internationale Vertrauen zu untergraben.
Im Kern geht es bei Trumps Iran-Politik weniger um einen konkreten Kriegsplan als um Zwangsdiplomatie und politisches Theater. Die Gefahr liegt jedoch darin, wie schnell symbolische Machtdemonstrationen in einen ausgewachsenen Konflikt münden können.

Ali Al Hail, politischer Analyst aus Katar: Die Antwort ist einfach. Präsident Trump will einen Regimewechsel im Iran und glaubt, dass er das, was er in Venezuela mit Nicolás Maduro versucht hat, auch im Iran wiederholen kann.

Militärische Machbarkeit eines Regimewechsels

Wie realistisch ist es aus strategischer und historischer Sicht, dass die Vereinigten Staaten durch eine Militäraktion einen Regimewechsel im Iran auslösen könnten?

Al-Ansari: Unsicherheit ist die Regel, wenn es um Regimewechsel geht. Historisch gesehen haben die Vereinigten Staaten auf diesem Gebiet eine äußerst kontraproduktive Bilanz, insbesondere im Irak und in Afghanistan. Zwar verfügen die USA zweifellos über die militärischen Fähigkeiten, den iranischen Staatsapparat schwer zu schädigen, doch führt ein militärischer Erfolg nicht automatisch zu politischer Stabilität oder einer günstigen Nachkriegsordnung.
Das grundlegende Problem ist nicht, ob ein Regimewechsel militärisch möglich ist, sondern was danach kommt. Irans komplexe Sozialstruktur, der tief verwurzelte Nationalismus und die fest etablierten Institutionen machen jeden von außen herbeigeführten Übergang unvorhersehbar und potenzi

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