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Stand 12. October 2026, 18:28 Uhr
International

Netanjahu fordert Ermittlungen gegen Soldaten in preisgekrönter Dokumentation

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine strafrechtliche Untersuchung gegen anonyme Militärquellen gefordert, die in einem ausgezeichneten Dokumentarfilm über den Einsatz künstlicher Intelligenz im Gazakrieg …

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In einem Brief aus dem Büro des Ministerpräsidenten, der von israelischen Medien zitiert wird, rief Netanjahu den Generalstabschef der israelischen Armee, den Chef des Inlandsgeheimdienstes sowie die Generalstaatsanwältin dazu auf, Ermittlungen gegen die anonym porträtierten Soldaten einzuleiten. Ihnen werden schwere Verstöße gegen die Informationssicherheit, kriminelle Verleumdung sowie die Schädigung diplomatischer und sicherheitspolitischer Interessen Israels vorgeworfen.

Der 80-minütige Film „NAZA“ – der Titel spielt auf eine militärische Abkürzung für erwartete „Kollateralschäden“ an – basiert auf den Aussagen von 24 anonymen Informanten aus Militär und Nachrichtendiensten. Sie werfen der israelischen Armee vor, massiv auf KI-gestützte Zielerfassungssysteme gesetzt zu haben, wobei zivile Opfer oft in Kauf genommen worden seien. Einige der Insider beschrieben den Prozess dem Bericht zufolge als „verrückt spaßig“ und vergleichbar mit einem Videospiel.

Dem Film zufolge setzte die Armee ein System namens Lavender ein, das mithilfe von Daten aus Tausenden gehackten Telefonen Tötungsziele identifizierte. Berichten zufolge soll sogar die auf einem Kinderhandy erkannte Phrase „daddy's home“ einen Angriff ausgelöst haben können. Die israelische Armee hat die Vorwürfe zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass die Identität der Informanten nicht überprüfbar sei. Es sei zudem unklar, ob die befragten Personen überhaupt im Militär gedient hätten.

Die Dokumentation der Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor erhielt bei den Filmfestspielen von Venedig eine 25-minütige Standing Ovation und gewann den Spezialpreis der Jury. Unmittelbar nach der Premiere am 10. September verurteilten mehrere israelische Spitzenpolitiker die Macher. Kulturminister Miki Zohar warf den mit einem Oscar ausgezeichneten Regisseuren Verrat vor und drohte mit dem Entzug der israelischen Staatsbürgerschaft.

Netanjahu kündigte seinerzeit an, neue Gesetzgebung anzustreben, die der Regierung in Westjerusalem ermöglichen soll, Kritikern der Armee die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Die israelische Armee räumt grundsätzlich die Nutzung künstlicher Intelligenz für militärische Zwecke ein, darunter ein System namens The Gospel zur raschen Generierung von Zielvorschlägen. Bereits im April 2024 hatten Medienberichte unter Berufung auf israelische Geheimdienstquellen berichtet, dass Lavender etwa 37.000 Personen als mutmaßliche Terroristen markiert habe, wobei Soldaten mitunter nur Sekunden für die Prüfung der Empfehlungen aufgewendet hätten.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von RT. Ursprungsmeldung

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