Festnahmen vor Abschiebegefängnis in Newark: Eskalation nach Protesten
In Newark, New Jersey, hat das US-Heimatschutzministerium (DHS) am Sonntagabend mindestens 20 Demonstranten festnehmen lassen. Der Grund: Sie hatten eine neu verhängte Ausgangssperre vor einer Einrichtung zur Abschiebungshaft ignoriert. Die Proteste richteten sich gegen die Haftbedingungen in der umstrittenen Delaney Hall.
Die Festnahmen erfolgten, nachdem sich die Lage in den vergangenen Tagen immer weiter zugespitzt hatte. Laut Medienberichten setzte die Polizei Tränengas ein, als sich die Menge weigerte, den Platz vor dem Gefängnis zu räumen. Die Ausgangssperre war für 21 Uhr verhängt worden. Demonstranten und Sicherheitskräfte standen sich stundenlang gegenüber.
„Wer randaliert, muss mit den Konsequenzen rechnen“, teilte das DHS am Sonntag auf der Plattform X mit. Die Behörde betonte eine „Null-Toleranz-Politik gegenüber Randalierern“. Zur Untermauerung ihrer Maßnahmen veröffentlichte sie Videos, die zeigen, wie Festgenommene in Busse des Sheriffs gebracht werden. Ein besonders provokantes Bild trug die Unterschrift: „Sei nicht so wie dieser Typ“ – es zeigte einen Beamten, der einen Mann von einer Barrikade zerrte.
Delaney Hall ist seit Ende Mai zum Symbol des Widerstands geworden. Damals hatten Anwälte von Insassen mitgeteilt, dass ein Hungerstreik gegen die Missstände in der Einrichtung begonnen habe. Gefangene berichteten Menschenrechtsorganisationen von abgelaufenen Lebensmitteln, mangelhafter medizinischer Versorgung und Misshandlungen durch das Personal. Die Vorwürfe sorgten landesweit für Empörung.
Die Proteste weiteten sich aus, nachdem demokratische Politiker – darunter die Gouverneurin von New Jersey, Mikie Sherrill – den Betreibern der Haftanstalt vorwarfen, Migranten unter unmenschlichen Bedingungen festzuhalten. Auch die Einschränkung von Besuchsrechten wurde scharf kritisiert. Der Bürgermeister von Newark, Ras Baraka, beschuldigte die Einwanderungsbehörde ICE, die ohnehin angespannte Lage in Delaney Hall weiter verschärft zu haben.
„Der Einsatz von Schutzausrüstung, Blendgranaten, Tränengas und ähnlichen Taktiken gegen rechtmäßig versammelte Demonstranten ist falsch und eindeutig nicht zu rechtfertigen“, erklärte Baraka. Er betonte, dass die Proteste einzig und allein darauf abzielten, auf die „unmenschlichen Bedingungen“ im Abschiebelager aufmerksam zu machen. Die Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden seien unverhältnismäßig und kontraproduktiv.
Seit Trumps Amtsantritt hat eine umfassende Einwanderungskampagne landesweit zu Tausenden von Festnahmen geführt. Die Regierung verteidigt diese als notwendig, um „die schlimmsten Kriminellen“ aus dem Land zu entfernen. Doch die öffentliche Unterstützung für das Vorgehen bröckelt. Viele Amerikaner kritisieren die Methoden des Heimatschutzministeriums als übermäßig aggressiv. In einigen Fällen seien sie sogar mitverantwortlich für Gewalt und Todesfälle.
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