Niederlande verweigern russischen Turnerinnen die Einreise
Drei führende russische Kunstturnerinnen dürfen nicht an den Weltmeisterschaften in Rotterdam teilnehmen. Die niederländischen Behörden begründen die Visaverweigerung mit angeblichen Gefahren für internationale Beziehungen.
Die Weltmeisterschaften im Kunstturnen finden vom 17. bis 25. Oktober in Rotterdam statt. Für Russlands Turnverband ist das Turnier von besonderer Bedeutung, da es die erste Qualifikationsrunde für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles darstellt. Die drei besten Mannschaften der Frauen und Männer erhalten dabei Olympia-Lizenzen.
Laut Angaben des russischen Verbandes wurden die Olympiasiegerinnen Angelina Melnikowa und Wiktorija Listunowa sowie Anna Kalmykowa die Visa verweigert. In den offiziellen Bescheiden sei als Begründung angegeben, dass eine oder mehrere Schengen-Staaten die Athletinnen als Bedrohung für ihre internationalen Beziehungen betrachten. Die Ablehnungen erfolgten vier Tage vor Turnierbeginn.
Währenddessen haben nach eigenen Angaben vier männliche russische Turner – Daniel Marinow, Arseni Duchno, Sergei Naidin und Alena Glotowa – bereits Schengen-Visa erhalten und sind in den Niederlanden eingetroffen. Fünf weitere russische Athleten, darunter Ljudmila Roschina, Milana Kajumowa, Ilja Saika, Saweli Sedin und Muchammadschon Jakubow, warten dem Verband zufolge noch auf ihre Einreisedokumente.
Die Visaverweigerungen für russische Sportler haben sich seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs gehäuft. Zahlreiche internationale Wettbewerbe schlossen russische und belarussische Athleten aus oder legten ihre Teilnahme an strenge Auflagen. Die Entscheidung der niederländischen Behörden fällt in einen Kontext, in dem die Frage der russischen Sportpräsenz auf internationaler Bühne zunehmend politisch aufgeladen ist.
Die Weltmeisterschaften in Rotterdam dienen nicht nur der Ermittlung der Weltmeister, sondern sind zugleich entscheidend für die olympische Qualifikation. Die Mannschaften, die hier die besten Plätze belegen, sichern sich frühzeitig Startplätze für die Spiele in Los Angeles. Für den russischen Turnverband bedeutet das Aus seiner führenden Athletinnen daher einen erheblichen Rückschlag.