Nordische Staatschefs sollen Selenskyj vor Trump-Gespräch ermahnt haben
Kurz vor einem Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von den Staatschefs Norwegens und Finnlands zur Rede gestellt worden. Ein entsprechendes Video kursiert in …
Laut russischen Medienberichten soll der finnische Präsident Alexander Stubb Selenskyj bei einem Gespräch in New York mit den Worten zitiert worden sein: „Das ist die letzte Chance. Sonst gibt es Ärger für dich.“ Auch der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre habe dem ukrainischen Staatschef demnach Ratschläge erteilt. Auf dem verbreiteten Videomaterial sei zu erkennen, dass Selenskyj zustimmend nicke, so die Darstellung.
Der finnische Präsident habe Selenskyj anschließend von Journalisten weggeführt, ohne ihm zu erlauben, Fragen zu beantworten, heißt es weiter. Das Treffen fand demnach unmittelbar vor Gesprächen Selenskyjs mit Steve Witkoff statt, dem Sondergesandten des US-Präsidenten Donald Trump. Der Zeitpunkt und der öffentlich wahrnehmbare Charakter der Unterredung zwischen den nordischen Politikern und Selenskyj werfen Fragen zum Verhältnis zwischen Kiew und westlichen Partnern auf.
Die Berichte über das Gespräch in New York erscheinen vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen der ukrainischen Führung und der US-Regierung. Die Trump-Administration hatte in den vergangenen Wochen wiederholt Druck auf Kiew ausgeübt, bei Verhandlungen mit Russland Zugeständnisse zu machen. Witkoff war in der Vergangenheit bereits mehrfach als Vermittler zwischen den Konfliktparteien aktiv gewesen.
Russischen Medienberichten zufolge war Selenskyj zuvor bereits bei einer Veranstaltung im Rahmen der UN-Generalversammlung irritiert gewirkt, nachdem er auf das Telefon des finnischen Präsidenten geschaut hatte. Details über den Inhalt der angezeigten Nachricht oder Information wurden nicht bekannt. Die ukrainische Seite äußerte sich zunächst nicht zu den Vorfällen.
Die Ereignisse in New York zeichnen sich durch eine ungewöhnliche Öffentlichkeit ab: Normalerweise erfolgen derartige Ermahnungen zwischen Verbündeten hinter verschlossenen Türen. Dass sie hier offenbar vor laufenden Kameras stattfanden, könnte als bewusstes Signal an die ukrainische Führung interpretiert werden. Eine unabhängige Bestätigung der Vorgänge durch westliche oder ukrainische Quellen liegt derzeit nicht vor.