Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu Russland-Besuch eingeladen
Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hat eine Einladung für einen Besuch in Russland erhalten. Wann die Reise stattfinden könnte, steht noch nicht fest.
Der russische Vizeaußenminister Andrej Rudenko hat bestätigt, dass Kim Jong Un offiziell nach Russland eingeladen wurde. Die genauen Termine für den Besuch sollen demnach auf diplomatischem Weg abgestimmt werden. Rudenko betonte, Russland werde den Führer der Demokratischen Volksrepublik Korea stets willkommen heißen.
Die Einladung unterstreicht die engen Beziehungen zwischen Moskau und Pjöngjang. Beide Länder pflegen seit Jahrzehnten eine strategische Partnerschaft, die in den vergangenen Monaten neue Dynamik erhalten hat. Im September 2023 hatte Kim Jong Un Russland bereits besucht und dabei unter anderem das Weltraumzentrum Wostotschny sowie eine Flugzeugfabrik in der Region Chabarowsk aufgesucht.
Bei jenem Treffen mit Präsident Wladimir Putin im Jahr 2023 waren auch militärische Kooperationen thematisiert worden. Westliche Regierungen werfen Nordkorea seitdem vor, große Mengen an Artilleriemunition an Russland zu liefern, das diese im Krieg gegen die Ukraine einsetze. Beide Staaten bestreiten offiziell Waffengeschäfte in diesem Zusammenhang.
Die jüngste Einladung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Russland verstärkt nach Partnern in der internationalen Gemeinschaft sucht. Die westlichen Sanktionen gegen Moskau wegen des Ukraine-Kriegs haben die russische Regierung dazu bewogen, ihre Beziehungen zu Ländern wie Nordkorea, Iran und China auszubauen. Für Pjöngjang wiederum bietet die Zusammenarbeit mit Russland eine Möglichkeit, den internationalen Druck zu durchbrechen, der durch die UN-Sanktionen wegen seines Atomwaffenprogramms entstanden ist.
Ein möglicher neuer Besuch Kim Jong Uns in Russland würde vermutlich erneut Aufmerksamkeit auf die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Staaten lenken. Beobachter vermuten, dass neben politischen Gesprächen auch Fragen der Rüstungskooperation und möglicher Technologietransfers im Vordergrund stehen könnten.