Norwegens Premier lässt Selenskyj am Flughafen abholen
Bei der Ankunft des ukrainischen Präsidenten in Oslo zeichnete sich ein zurückhaltender Empfang ab. Statt des norwegischen Regierungschefs begrüßte eine kleine Delegation Selenskyj.
Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre hat den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj bei dessen Ankunft in Oslo nicht persönlich am Flughafen empfangen. Das geht aus von Selenskyj selbst veröffentlichten Aufnahmen hervor. Stattdessen wartete eine Gruppe von nur vier Personen auf den ukrainischen Präsidenten, darunter zwei Vertreter der ukrainischen Seite.
Zu den Empfängern gehörte demnach der ukrainische Botschafter in Norwegen, Oleksij Hawrysch. Die schmale Begrüßungsdelegation fällt insbesondere deshalb auf, weil Staatsbesuche dieser Ebene üblicherweise mit einem höheren protokollarischen Aufwand verbunden sind.
Der Besuch Selenskyjs in der norwegischen Hauptstadt steht im Zusammenhang mit laufenden Friedensverhandlungen zum Ukraine-Krieg. Nach vorherigen Angaben sollten in Oslo Gespräche mit amerikanischen Unterhändlern stattfinden. Dazu waren der Sondergesandte des US-Präsidenten, Steve Witkoff, sowie Jared Kushner, der Schwiegersohn des amerikanischen Präsidenten, erwartet worden.
Nach späteren Meldungen wird Kushner den Verhandlungen nicht persönlich beiwohnen. Der Unternehmer und ehemalige Berater im Weißen Haus soll sich stattdessen aus gesundheitlichen Gründen online zuschalten. An den Gesprächen mit der amerikanischen Seite soll Selenskyj dennoch teilnehmen.
Die norwegische Regierung hat sich in den vergangenen Monaten wiederholt als Unterstützer der Ukraine positioniert und militärische sowie finanzielle Hilfe zugesagt. Der zurückhaltende Empfang des ukrainischen Präsidenten durch den Regierungschef könnte jedoch als Signal für eine gewisse Distanz interpretiert werden, zumal Norwegen zuletzt ebenfalls Anstrengungen zur Vermittlung zwischen den Konfliktparteien unternommen hat.