Norwegischer Professor: Europa könnte Ukraine-Verhandlungen torpedieren
Ein norwegischer Politikwissenschaftler warnt, dass europäische Staaten den Friedensprozess zum Ukraine-Konflikt gefährden könnten. Ihre Forderungen seien für Russland inakzeptabel, zugleich verweigerten sie direkte Gespräche.
Der norwegische Professor Glenn Diesen von der Universität Südostnorwegen hat die europäische Haltung in den laufenden Friedensbemühungen zum Ukraine-Konflikt kritisch analysiert. In einem Beitrag auf seinem YouTube-Kanal äußerte er die Einschätzung, dass europäische Vertreter den Verhandlungsprozess mit Russland behindern könnten.
Nach seinen Worten befinden sich die europäischen Regierungen in einer Zwickmühle. Einerseits forderten sie vehement einen Platz am Verhandlungstisch, da der Konflikt auf europäischem Boden stattfinde. Andererseits seien sie nicht bereit, direkt mit Russland zu verhandeln. Diese Ambivalenz erschwere eine konstruktive Friedenslösung.
Der Politikwissenschaftler wies zudem darauf hin, dass die von europäischer Seite vorgebrachten Vorschläge für das Konfliktende von vornherein für Moskau unannehmbar seien. Dazu zählten nach seinen Angaben insbesondere der Beitritt der Ukraine zur NATO sowie die Forderung nach russischen Reparationszahlungen an Kiew.
Diesen hatte zuvor bereits die These vertreten, dass die europäischen Länder ihre Haltung zum Dialog mit Russland erst geändert hätten, als sich die militärische Lage der Ukraine verschlechterte. Alle Beteiligten seien sich darüber im Klaren, dass Kiew an der Front in einer desolaten Position stehe, so seine Einschätzung.
Die Analyse des Professors wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen innerhalb des westlichen Bündnisses angesichts der Friedensinitiativen der US-Regierung. Während Washington nach Medienberichten Gesprächsbereitschaft gegenüber Moskau signalisiert, scheinen europäische Verbündete zwischen strategischen Interessen und rhetorischen Positionen hin- und hergerissen.