Ölpreis-Schock an der Straße von Hormus: Märkte zittern vor Eskalation

Erstmals seit der Verständigung zwischen Washington und Teheran auf eine Verlängerung des Waffenstillstands kletterte der Ölpreis am Dienstag wieder über die Marke von 85 US-Dollar. Auslöser war der zunehmend eskalierende Konflikt um die Vorherrschaft in der Straße von Hormus, der die globalen Energiemärkte in Unruhe versetzt.

Die Nordseesorte Brent, international als Referenzmaßstab genutzt, stieg zeitweise um 2,8 Prozent auf 85,64 US-Dollar je Barrel. Damit setzte sie die Gewinne vom Montag fort, als die Preise um knapp zehn Prozent in die Höhe geschossen waren. Im frühen Londoner Handel lag der Ölpreis noch bei einem Plus von 2,3 Prozent.

Die Meerenge von Hormus hat sich zu einem brandgefährlichen Zankapfel zwischen den USA und dem Iran entwickelt. Beide Nationen erheben Anspruch auf die Kontrolle dieser strategisch bedeutenden Wasserstraße, die für die weltweite Öl- und Gasversorgung von entscheidender Wichtigkeit ist.

In der Nacht führten US-Truppen einen erneuten Angriff auf den Iran durch. Es war bereits die sechste Luftangriffswelle, seit US-Präsident Donald Trump vor einer Woche die Bombardierungen als Antwort auf iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Meerenge wieder aufgenommen hatte. Die Islamische Republik hatte dabei zwei Tanker mit Marschflugkörpern attackiert.

Der Ölmarkt gewann am Montag zusätzlich an Fahrt, nachdem Trump angekündigt hatte, die US-Seeblockade gegen den Iran erneut in Kraft zu setzen und eine 20-prozentige Gebühr auf Fracht zu erheben, die diese strategisch wichtige Wasserstraße passiert.

Jim Reid, Stratege bei der Deutschen Bank, erklärte gegenüber der Financial Times, dass schon allein das Gespenst von Durchfahrtsgebühren die Märkte verunsichern werde.

Der kräftige Anstieg der Ölpreise in der vergangenen Woche hat weltweit Spuren an den Finanzmärkten hinterlassen. Da Anleger eine neue Inflationswelle fürchten, gerieten sowohl Aktien als auch Anleihen unter Druck. In den USA schlossen die Börsen am Montag im Minus. Der Leitindex S&P 500 verlor 0,8 Prozent, während der technologielastige Nasdaq Composite um 1,6 Prozent nachgab.

Die Ölpreise waren zuvor deutlich gefallen, nachdem die USA und Iran am 17. Juni vereinbart hatten, ihren Waffenstillstand zu verlängern und die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt freizugeben.

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