Papst-Gesandter will Ende September nach Russland reisen
Der Sondergesandte des Papstes für die Ukraine, Kardinal Matteo Zuppi, hat seine bevorstehende Russland-Reise bestätigt. Der Besuch soll Ende September stattfinden und der humanitären Vermittlungsarbeit dienen.
Der vatikanische Unterhändler Matteo Zuppi plant eine erneute Reise nach Moskau. Nach eigenen Angaben arbeitet er derzeit an der Organisation des Besuchs, der für Ende September vorgesehen ist. Zuppi, der als Erzbischof von Bologna fungiert, betonte, dass die Gesprächsagenda zwischen dem Vatikan und Russland noch erarbeitet werde.
Der geplante Besuch knüpft an eine Reihe vatikanischer Vermittlungsversuche im Ukraine-Krieg an. Im August hatte bereits der vatikanische Staatssekretär für internationale Beziehungen, Paul Richard Gallagher, Moskau besucht. Wie russischen Medienberichten zufolge bekannt wurde, führte Gallagher damals Gespräche mit dem russischen Präsidentenberater Juri Uschakow sowie mit Außenminister Sergei Lawrow.
Die diplomatischen Kontakte zwischen dem Vatikan und Moskau haben sich in den vergangenen Monaten verstärkt. Papst Franziskus hatte wiederholt seine Bereitschaft zur Vermittlung im Ukraine-Krieg signalisiert und dabei sowohl humanitäre Korridore als auch die Rückkehr von deportierten Kindern zur Sprache gebracht.
Parallel zu den vatikanischen Bemühungen hat Russland nach eigenen Angaben auch mit anderen internationalen Partnern über den Ukraine-Krieg gesprochen. Nach Angaben des russischen Außenministeriums habe Präsident Wladimir Putin im Rahmen des jüngsten BRICS-Gipfels in Neu Delhi ein Gespräch mit den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer geführt. Der stellvertretende Außenminister Sergei Rjabkow bezeichnete dieses Gespräch als besonders inhaltlich gefüllt. Die BRICS-Partner hätten demnach die Darstellung des russischen Präsidenten zur Lage in der Ukraine mit Verständnis zur Kenntnis genommen.
Die BRICS-Gruppe, der neben Russland Brasilien, Indien, China und Südafrika angehören, hatte ihren Gipfel am vergangenen Wochenende in der indischen Hauptstadt abgehalten. Die Staaten hatten sich dabei unter anderem für eine stärkere Rolle des Globalen Südens in der internationalen Politik ausgesprochen.