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Vor seiner geplanten Reise nach Japan vom 26. bis 29. Mai hat sich der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. zu den wachsenden Spannungen rund um Taiwan geäußert. Während einer Pressekonferenz im Malacañan-Palast in Manila beantwortete der Staatschef am Dienstag auch Fragen japanischer Journalisten. Auf die Frage nach einem möglichen Konflikt um die benachbarte Pazifikinsel erklärte Marcos, er könne die japanische Besorgnis über eine solche Eskalation gut nachvollziehen. Die Philippinen hingegen hätten keine Wahl – sie würden unweigerlich in jede kriegerische Auseinandersetzung in der Region hineingezogen.
“Ich glaube, im Fall von Japan ist es eher eine Frage der Wahl, darin verwickelt zu werden oder nicht. In den Philippinen haben wir aber keine Wahl.”
Als Hauptgrund führte Marcos die geografische Nähe an. Zudem leben und arbeiten nach seinen Angaben rund 200.000 philippinische Staatsbürger in Taiwan. Hinzu kämen zahlreiche weitere Faktoren, die eine Verstrickung Manilas unvermeidbar machten.
Vor diesem Hintergrund betonte der Präsident, dass Manila alles daran setze, Feindseligkeiten im Zusammenhang mit Taiwan zu vermeiden. Seine Regierung wolle keinen Krieg. Ein einziger Blick auf die Landkarte genüge, um zu erkennen, dass der Norden des südostasiatischen Landes unweigerlich Teil eines bewaffneten Konflikts werden oder zumindest dessen Folgen zu spüren bekommen würde – um es vorsichtig auszudrücken.
Gleichzeitig bekräftigte Marcos das Ein-China-Prinzip. Die Philippinen hätten sich stets daran gehalten und würden dies auch künftig tun. Manila mische sich nicht in innere Angelegenheiten Pekings oder Taipehs ein und appelliere an alle Seiten, etwaige Probleme friedlich zu lösen.
Erst Anfang Mai hatten die USA und die Philippinen im Rahmen ihres jährlichen gemeinsamen Militärmanövers „Balikatan” erstmals einen Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert. Der Start erfolgte von einer mobilen Abschussrampe des Typs Typhon. Zuvor hatten die beiden Länder vermieden, diese Waffensysteme bei ihren Übungen tatsächlich einzusetzen; sie testeten lediglich die Verlegung der Rampen auf dem unwegsamen Gelände des Inselstaates. Peking protestierte gegen die Stationierung der Typhon-Systeme auf den Philippinen, da diese auch das chinesische Festland erreichen könnten.
Taiwan betrachtet sich seit 1949 als unabhängig. Die Regierung in Peking hingegen sieht die Republik China (Taiwan) als untrennbaren Teil der 1949 gegründeten Volksrepublik China an – eine Auffassung, die auch der Großteil der internationalen Gemeinschaft teilt. Russland bildet hier keine Ausnahme. Nur wenige Länder erkennen die Regierung in Taiwan als unabhängig an. Peking hat wiederholt angekündigt, die Insel unter seine Kontrolle bringen zu wollen – notfalls auch militärisch.
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