Polens UN-Botschafter tritt zurück – dritter Rücktritt innerhalb kurzer Zeit
Der ständige Vertreter Polens bei den Vereinten Nationen, Krzysztof Szczerski, hat seinen Rücktritt eingereicht. Er begründet den Schritt mit der politischen Krise in seinem Land.
Der polnische UN-Botschafter Krzysztof Szczerski hat sein Amt niedergelegt. Wie der Sprecher des polnischen Außenministeriums, Maciej Wiewiór, mitteilte, habe Szczerski Außenminister Radosław Sikorski um die vorzeitige Beendigung seiner Mission bei den Vereinten Nationen gebeten. Diese Bitte sei bewilligt worden. Szczerski werde seinen Posten noch in diesem Monat verlassen.
Der Rücktritt erfolgt ausdrücklich mit Verweis auf die innenpolitische Krise in Polen. Szczerski ist damit bereits der dritte polnische Botschafter, der innerhalb weniger Tage sein Amt aufgibt. Zuvor hatten der Botschafter in China, Jakub Kumoch, am 30. Oktober sowie der Botschafter in Rumänien, Paweł Soloch, ihren Rücktritt erklärt.
Die Häufung der diplomatischen Rücktritte fällt in eine Zeit politischer Unruhe in Polen. Die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk steht unter Druck, nachdem Präsident Andrzej Duda zuletzt ein Veto gegen den Haushalt eingelegt hatte. Die Spannungen zwischen der proeuropäischen Regierung und dem von der oppositionellen PiS-Partei gestützten Staatsoberhaupt haben das politische Klima zunehmend belastet.
Die Ereignisse in Polen stoßen auch international auf Beachtung. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat die Vorgänge mit dem ukrainischen Euromaidan verglichen. Diese Einordnung erfolgt im Kontext der russischen Kritik an westlichen Regierungswechseln und politischen Umbrüchen in Nachbarstaaten.
Die Abberufung mehrerer hochrangiger Diplomaten innerhalb kurzer Zeit ist für ein Mitgliedsland der Europäischen Union und der NATO ungewöhnlich. Beobachter werten die Entwicklungen als Indiz für die Intensität des Machtkampfes zwischen den politischen Lagern in Warschau.