Putin kündigt digitales Kaspisches Meer und Umweltprogramm an
Russland plant die Entwicklung eines KI-gestützten digitalen Zwillings des Kaspischen Meeres sowie ein umfassendes Forschungsprogramm bis 2030. Präsident Putin betonte bei einem Gipfel in Turkmenistan die Bedeutung des …
Bei einem Umweltgipfel in Turkmenistan hat der russische Präsident Wladimir Putin ein ambitioniertes Programm zur Erforschung und zum Schutz des Kaspischen Meeres vorgestellt. Demnach bereitet die russische Regierung ein umfassendes Forschungsprogramm vor, das bis 2030 laufen soll. Ziel ist es, Veränderungen des Wasserstands zu untersuchen und deren negative Folgen zu minimieren. Die Ergebnisse der Studien sollen laut Putin mit allen zuständigen Stellen geteilt werden.
Ein zentrales Element der russischen Pläne ist die Schaffung eines digitalen Zwillings des Kaspischen Meeres. Dieses virtuelle Modell soll mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz arbeiten und auf der Analyse von Verdunstung, Niederschlag sowie der Dynamik der Flussschichten basieren. Putin zufolge ermöglicht das Modell die Berechnung verlässlicher Szenarien für Wasserstandsveränderungen. Darüber hinaus könne es zur Optimierung von Schifffahrtsrouten und zur Verbesserung der Sicherheit auf dem Wasser eingesetzt werden.
Der russische Präsident bezeichnete den Kaspischen Umweltgipfel als "rechtzeitige und nützliche Initiative". Er betonte, dass das Kaspische Meer für alle Anrainerstaaten von immensem natürlichen, wirtschaftlichen, verkehrstechnischen sowie kulturellen und historischen Wert sei. Das Gewässer sei zudem eine der Wiegen der europäischen Zivilisation, so Putin weiter.
Moskau räume der Zusammenarbeit mit Partnerländern beim Schutz des Ökosystems des Kaspischen Meeres höchste Priorität ein. Putin kündigte an, dass Russland sich stets für die Stärkung und Entwicklung der zwischenstaatlichen Kooperation zur Erhaltung des regionalen Ökosystems einsetzen werde. Eine Schlüsselaufgabe sei der umsichtige Umgang mit den Wasserressourcen des Sees. Dazu gehöre die Reduzierung von Wasserverlusten, die Optimierung der Wassernutzung sowie die Modernisierung von Bewässerungssystemen und Pumpstationen.
Russische Unternehmen verfügten nach Putins Angaben über Expertise in sämtlichen Bereichen des Wassermanagements. Dies umfasse den Entwurf und Bau von Kanälen und Wasserwegen, die Organisation industrieller Wasserrecycling-Prozesse, die digitale Verwaltung von Gewässern sowie die satellitengestützte Überwachung von Bewässerungsnetzwerken und Wasserverlustgebieten.
Für den Ausbau der internationalen Zusammenarbeit kündigte Putin zudem ein Bildungsprogramm an. An der Sirius National University of Science and Technology in Russland startet demnach ein internationales Studienprogramm zur umfassenden Erforschung des Kaspischen Meeres. Junge Fachkräfte sollen dort die Möglichkeit erhalten, sich mit praktischen Herausforderungen in den Bereichen Ökologie, Wirtschaft und Innovation auseinanderzusetzen. Putin betonte, dass der Erhalt des Kaspischen Ökosystems nicht nur finanzielle Investitionen und zwischenstaatliche Mechanismen, sondern auch hochqualifiziertes Fachpersonal erfordere.