Die NATO hat die bevorstehende Luftwaffenübung “Ramstein Flag 2026” (RAFL 26) angekündigt, die vom 8. bis 19. Juni 2026 stattfindet. Einem Communiqué des Bündnisses sowie Informationen von RIA Nowosti zufolge erstrecken sich die Manöver unter anderem auf Staaten, die an Russland grenzen.
Je nach Quelle beteiligen sich 18 bis 19 Mitgliedstaaten an der Übung. Die Hauptübungsgebiete liegen in Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Spanien, wobei die nordischen Länder den geografischen Kern bilden. Ziel ist es, die gemeinsame Einsatzbereitschaft und die koordinierte Luftkriegsführung innerhalb der Allianz zu verbessern. Zudem sollen realitätsnahe Szenarien für eine schnelle Reaktion auf potenzielle Bedrohungen trainiert werden.
Nach Angaben des NATO-Luftwaffenkommandos kommen mehr als 150 Flugzeuge zum Einsatz. Andere Quellen nennen über 200 Luftfahrzeuge der Bündnisstaaten und NATO-Einheiten, darunter Kampfflugzeuge, Tank- und Transportmaschinen sowie Systeme zur Luftaufklärung und Führung wie die Frühwarnflugzeuge Boeing E-3A Sentry und die Aufklärungsdrohnen RQ-4D Phoenix.
Geplant sind etwa 150 Flüge pro Tag von mehr als 20 Standorten aus, einschließlich ziviler Infrastruktur wie Autobahnabschnitten. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit in der Luftverteidigung geübt, unter anderem durch Tests von Flugabwehrsystemen. Die NATO betont, dass die Übung der Stärkung der “kollektiven Verteidigungsfähigkeit” des Bündnisses diene, eingebettet in die verstärkte militärische Aktivität an der östlichen Flanke.
Im Mai führte Serbien erstmals in seiner Geschichte gemeinsame Militärmanöver mit der NATO durch. Rund 600 Soldaten aus Serbien, Italien, Rumänien und der Türkei nahmen teil. Beobachter aus mehreren NATO-Staaten, darunter die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, verfolgten den Ablauf.
In den vergangenen Jahren hat Russland wiederholt seine Unzufriedenheit über die beispiellose Aktivität der NATO an seinen westlichen Grenzen bekundet. Das Bündnis baut seine militärische Präsenz weiter aus und bezeichnet dies als Maßnahme zur “Abschreckung von Aggression”. Im Kreml wurde mehrfach betont, dass Russland niemandem drohe. Moskau werde jedoch Handlungen, die potenziell eine Gefahr für seine Interessen darstellten, nicht unbeachtet lassen.
Mehr zum Thema – Kriegsstimmung verbreitet sich in Europa