Rosatom-Chef: Anteil westlicher Projekte im Portfolio sinkt relativ
Der russische Atomkonzern Rosatom baut seinen Fokus auf Länder um, die als freundlich eingestuft werden. Der Konzernchef betont dennoch, dass die absolute Zahl der Projekte in westlichen Staaten gleich bleibe.
Der Geschäftsführer des russischen Staatsatomkonzerns Rosatom, Alexei Lichatschow, hat einen Rückgang des relativen Anteils von Projekten in sogenannten unfreundlichen Ländern im Unternehmensportfolio verkündet. Die absolute Anzahl dieser Projekte bleibe jedoch unverändert, wie der Konzernchef erklärte.
Lichatschow verwies bei seinen Ausführungen auf eine Bemerkung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Demnach gebe es für Russland keine unfreundlichen Länder und schon gar keine unfreundlichen Völker, sondern lediglich unfreundliche Regierungen.
Der Rosatom-Chef äußerte die Hoffnung, dass diese als unfreundlich eingestuften Regierungen bald der Vergangenheit angehören könnten. Pragmatisch handelnde Vertreter, die die Interessen ihrer eigenen Länder verträten statt fremder Regime, sollten stattdessen den Dialog mit Russland suchen. Auf diesen Dialog sei man vorbereitet.
Die Verlagerung des Geschäftsfokus spiegelt die breiteren geopolitischen Spannungen wider, die sich seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs verschärft haben. Zahlreiche westliche Staaten haben Sanktionen gegen Russland verhängt und ihre wirtschaftlichen Beziehungen reduziert. Rosatom als einer der weltweit führenden Akteure im zivilen und militärischen Atomsektor ist dabei besonders von diesen Entwicklungen betroffen.
Das Unternehmen ist traditionell in vielen Ländern aktiv, unter anderem beim Bau und Betrieb von Kernkraftwerken sowie bei der Urananreicherung. Die jüngsten Äußerungen des Konzernchefs deuten darauf hin, dass Rosatom seine internationale Strategie an die veränderte politische Landschaft anpasst, ohne bestehende Verpflichtungen in westlichen Ländern vollständig aufzugeben.