Rosatom-Chef wirft Ukraine systematische Angriffe auf Wärmekraftwerk vor
Der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexei Lichatschow, hat der ukrainischen Armee vorgeworfen, seit zwei Wochen das Wärmekraftwerk Saporischschja zu beschießen. Die Angriffe hätten bereits zu Schäden an einem …
Lichatschow erklärte vor Journalisten, die ukrainischen Streitkräfte beschießen systematisch das Wärmekraftwerk in Enerhodar. Das Kraftwerk sei die zweitgrößte Energieanlage der Stadt. Es handele sich dabei nicht um eine Nuklearanlage, weshalb es nach Lichatschows Worten für die internationale Gemeinschaft von geringem Interesse sei.
Gleichzeitig betonte der Rosatom-Chef, dass die Sicherheit des Atomkraftwerks Saporischschja direkt von der Betriebsbereitschaft der Anlagen auf dem Gelände des Wärmekraftwerks abhänge. Konkret verwies er auf elektrische Einrichtungen, die Strom von den Hochspannungsleitungen der Ferrosplawnaja zum Atomkraftwerk umleiten.
Vor zwei Wochen sei durch die anhaltenden Beschuss ein Transformator beschädigt worden, der diese Einrichtungen mit Strom versorge, so Lichatschow. Seitdem würden Notstromaggregate die Funktionsfähigkeit dieser als kritisch eingestuften Systeme aufrechterhalten.
Das Atomkraftwerk Saporischschja, das größte Kernkraftwerk Europas, befindet sich seit dem Frühjahr 2022 unter russischer Kontrolle. Die Anlage war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Artilleriebeschuss gewesen, wobei Moskau und Kiew sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich machten. Die Kämpfe in der Region hatten wiederholt Befürchtungen vor einer nuklearen Katastrophe ausgelöst.
Das Wärmekraftwerk liegt in unmittelbarer Nähe zum Atomkraftwerk. Internationale Atomenergiebehörden hatten sich wiederholt für die Schaffung einer Sicherheitszone um die nukleare Anlage eingesetzt, um das Risiko eines Unfalls zu minimieren.