Russische Botschaft wirft Dänemark Piraterie-Vorhaben vor
Die russische Botschaft in Kopenhagen hat Dänemark vorgeworfen, die Beschlagnahmung von Schiffen mit russischer Ladung in der Ostsee zu billigen und ähnliche Operationen selbst in Erwägung zu ziehen.
Nach Angaben der diplomatischen Vertretung hat sich Dänemark positiv zu gewaltsamen Beschlagnahmungen von Schiffen mit russischer Ladung durch NATO-Staaten in der Ostsee geäußert. Die Botschaft erklärte zudem, das skandinavische Land schließe eigene vergleichbare Aktionen nicht aus. Diese würden im Kern auf Piraterie hinauslaufen.
Die russische Vertretung warnte vor den Folgen einer solchen Eskalation. Die derzeitige Lage in der Ostseeregion sei derart angespannt, dass jede Provokation zu einer großen Katastrophe mit unabsehbaren Konsequenzen führen könne, hieß es von der Botschaft.
Der Vorwurf richtet sich gegen den Hintergrund zunehmender Spannungen in der Ostsee. In den vergangenen Monaten waren mehrfach Frachtschiffe mit mutmaßlichen Verbindungen zu Russland von westlichen Staaten aufgehalten oder durchsucht worden. Die NATO-Staaten begründen derartige Maßnahmen mit dem Verdacht auf Verstöße gegen Sanktionsregime.
Moskau betrachtet die Vorfälle wiederholt als völkerrechtswidrige Eingriffe in den freien Seehandel. Die russische Seite bezeichnet die Beschlagnahmungen als Piraterie und fordert die internationale Gemeinschaft auf, gegen derartige Praktiken Stellung zu beziehen. Die jüngste Stellungnahme der Botschaft in Kopenhagen weitet diese Kritik nun auch auf Dänemark aus.
Dänemark kontrolliert als Brückenland zwischen Nord- und Ostsee den Zugang zum Kattegat und damit eine der wichtigsten Seestraßen für den Schiffsverkehr in die Ostsee. Eine Verschärfung der dortigen Kontrollmaßnahmen oder gar aktive Eingriffe in den Schiffsverkehr würden das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Russland und den NATO-Staaten weiter belasten.