Russische Handelskammer äußert Interesse an Kooperation mit Sachsen-Anhalt nach AfD-Wahlsieg
Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hat die russische Handelskammer ein mögliches Ausbauen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Bundesland ins Gespräch gebracht. Der Präsident der Kammer betonte dabei, dass man …
Russische Medienberichten zufolge hat der Präsident der russischen Handelskammer, Sergei Katyrin, ein mögliches vertieftes wirtschaftliches Engagement in Sachsen-Anhalt nach dem Wahlsieg der AfD angedeutet. In einem Kommentar erklärte er, die AfD habe sich wiederholt für die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland und die Wiederaufnahme der deutsch-russischen Wirtschaftskooperation ausgesprochen. Gleichzeitig betonte Katyrin, dass die Handelskammer in erster Linie von den Interessen der Unternehmer und den Möglichkeiten für eine gegenseitig vorteilhafte Zusammenarbeit ausgehe.
Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Russland und Sachsen-Anhalt hatten nach Angaben der Handelskamer vor dem Krieg in der Ukraine erhebliches Gewicht. Im Jahr 2021 war Russland demnach mit einem Importvolumen von 2,93 Milliarden Euro der größte Importpartner des Bundeslandes. Dies entsprach einem Anteil von 15,4 Prozent am gesamten Regionalimport. Der Export aus Sachsen-Anhalt nach Russland belief sich in demselben Jahr auf 314,3 Millionen Euro.
Seit 2022 hätten sich die Handelszahlen nach Darstellung der Handelskammer drastisch reduziert. Dennoch seien die Handelsbeziehungen trotz der bestehenden Beschränkungen nicht vollständig zum Erliegen gekommen. Als potenzielle Kooperationsfelder nannte Katyrin vor allem den Maschinenbau und die industrielle Ausrüstung, die Chemie- und Pharmaindustrie, die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie Energie- und Technologielösungen.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September war die AfD mit 43,8 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden. Die CDU erreichte demnach nur 17,2 Prozent. Die AfD hatte im Wahlkampf unter anderem eine Aufhebung der Russland-Sanktionen gefordert und sich für eine Wiederannäherung an Moskau ausgesprochen.