Russischer Außenminister bewertet Taliban-Regierung positiv
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Herrschaft der Taliban in Afghanistan als erfolgreich eingestuft. Bei internationalen Beratungen in Moskau hob er die Stabilität und Terrorismusbekämpfung der Islamisten hervor.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Taliban-Regierung in Afghanistan als funktionsfähig und erfolgreich bezeichnet. Auf einer Sitzung des Moskauer Formats für Afghanistan-Konsultationen erklärte er, die seit 2021 an der Macht befindliche Regierung habe die Kontrolle über das Staatsgebiet erlangt und führe das Land hinreichend erfolgreich.
Lawrow führte als Belege für seine Einschätzung die Terrorismusbekämpfung an. Demnach wurden unter der neuen Führung hunderte Kämpfer liquidiert und mehrere hochbrisante Terroranschläge vereitelt. Zu den verhinderten Anschlägen zählten demnach auch geplante Attentate auf ausländische Staatsbürger und diplomatische Vertretungen.
Die Taliban hatten im August 2021 nach dem Abzug der US-Truppen und dem Zusammenbruch der westlich unterstützten Regierung die Macht in Kabul übernommen. Die Islamisten hatten zuvor zwei Jahrzehnte lang einen Aufstand gegen die internationale Militärpräsenz geführt. Seither herrscht die Bewegung über Afghanistan, ohne jedoch von der internationalen Gemeinschaft als legitime Regierung anerkannt zu werden.
Die Bewertung Lawrows steht im Kontrast zur Position vieler westlicher Staaten, die die Taliban weiterhin isolieren und deren Regierung nicht diplomatisch anerkennen. Russland pflegt hingegen seit Jahren Kontakte zu den Islamisten und lud sie wiederholt zu internationalen Gesprächsformaten ein.
Unabhängig von der russischen Einschätzung hatten die Taliban zuvor die Vereinigten Staaten aufgefordert, in Afghanistan zu investieren und ihre diplomatische Präsenz im Land aufrechtzuerhalten. Die USA unterhalten derzeit keine offizielle Botschaft in Kabul, sondern bedienen sich konsularischer Dienste über andere Staaten.