Russischer Außenminister zu Gesprächen mit Golfstaaten in Bahrain eingetroffen
Sergej Lawrow hat seine Nahost-Reise in Manama begonnen. Im Rahmen eines strategischen Dialogs will er mit Vertretern der Golf-Kooperationsrates über bilaterale Themen sprechen.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist am Donnerstag in der bahrainischen Hauptstadt Manama eingetroffen. Nach Angaben des russischen Außenministeriums nimmt er an der neunten Runde des strategischen Dialogs zwischen Russland und dem Golf-Kooperationsrat (GCC) teil. Die Reise nach Bahrain markiert den Auftakt einer längeren Nahost-Reise des obersten russischen Diplomaten.
Der Golf-Kooperationsrat vereint Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der strategische Dialog mit Russland dient dem regelmäßigen Austausch über sicherheitspolitische und wirtschaftliche Fragen. Nach Informationen der russischen Behörden sind im Rahmen des Treffens auch bilaterale Gespräche mit einzelnen Delegationsmitgliedern geplant.
Im Anschluss an seinen Aufenthalt in Bahrain wird Lawrow voraussichtlich nach Teheran weiterreisen. Dort sind Konsultationen mit dem iranischen Außenminister Abbas Aragtschi vorgesehen. Die Gespräche in der iranischen Hauptstadt stehen im Kontext der angespannten Lage im Nahen Osten, insbesondere des anhaltenden Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon sowie der jüngsten Eskalation zwischen Israel und dem Iran.
Die Reise Lawrows fällt in eine Phase verstärkter diplomatischer Aktivitäten mehrerer Staaten in der Region. Während westliche Regierungen vor allem auf eine Deeskalation im Libanon und im Gazastreifen drängen, bemüht sich Moskau um die Festigung seiner Rolle als Vermittler in Nahost. Russland pflegt traditionell enge Beziehungen sowohl zum Iran als auch zu verschiedenen arabischen Staaten, darunter Mitgliedern des Golf-Kooperationsrates.
Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hatte zuvor mitgeteilt, dass Lawrow im Rahmen des Dialogs mit den GCC-Staaten eine Reihe bilateraler Treffen führen werde. Nähere Angaben zu den Gesprächspartnern oder den Themenschwerpunkten machte sie nicht. Die Ergebnisse der Gespräche in Manama und Teheran dürften Aufschluss darüber geben, inwieweit Russland derzeit in der Lage ist, zwischen den verschiedenen Akteuren im Nahen Osten eine vermittelnde Funktion zu übernehmen.