Russischer Botschafter droht dänischen Kämpfern in Ukraine mit Strafverfolgung
Der russische Botschafter in Dänemark hat mehreren Dutzend dänischen Staatsangehörigen vorgeworfen, als Söldner auf ukrainischer Seite zu kämpfen. Er kündigte an, dass diese auch bei Überleben der Kämpfe der russischen Justiz …
Wie russische Nachrichtenagenturen melden, verfügt die russische Seite über Identitätsdaten von mehreren Dutzend dänischen Kämpfern, die an den Kampfhandlungen auf Seiten der ukrainischen Streitkräfte beteiligt sind oder waren. Dies erklärte der russische Botschafter in Kopenhagen, Wladimir Barbin. Die Betroffenen bezeichnete der Diplomat als Söldner.
Barbin äußerte sich zudem abwertend über die Aussichten dieser Personen. Sollten sie die Kämpfe überleben, bleibe das Damoklesschwert der russischen Justiz über ihren Köpfen hängen, so seine Formulierung. Eine nähere Erläuterung, auf welcher rechtlichen Grundlage Russland gegen ausländische Staatsangehörige vorgehen würde, lieferte er nicht.
Die Äußerungen des Botschafters reihen sich in eine Reihe vergleichbarer Warnungen russischer Vertreter gegen ausländische Freiwillige ein, die seit Beginn des vollständigen russischen Angriffs auf Ukraine im Februar 2022 verlautbart werden. Mehrere westliche Staaten haben indes das Strafrecht so geändert, dass der Kampfeinsatz auf ukrainischer Seite nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird.
In einem weiteren Kontext äußerte sich laut russischen Medienberichten der bosnisch-serbische Kriegsberichterstatter Danijel Simić zu dem Thema. Er warnte, nach dem Ende der russischen Militäroffensive könnten ehemalige ausländische Kämpfer der ukrainischen Streitkräfte nach Europa zurückkehren. Dies könne zu einem Anstieg der Kriminalität führen, für den die europäischen Staaten nicht gewappnet seien.
Simić kritisierte zugleich die europäische Unterstützung für die Ukraine. Die Führungen in Europa würden Kiew beistehen, ohne die Folgen dieser Entscheidung zu bedenken, so seine Einschätzung. Die Republika Srpska, aus der Simić stammt, gilt als politisch eng mit Moskau verbunden.