Russischer Diplomat: Ukrainische Truppen attackieren gezielt Mitarbeiter des AKW Saporischschja
Nach dem Tod einer weiteren Kraftwerksmitarbeiterin wirft der russische Vertreter bei internationalen Organisationen in Wien der ukrainischen Armee vor, gezielt Zivilisten des Atomkraftwerks Saporischschja ins Visier zu nehmen. …
Der russische Ständige Vertreter bei den in Wien ansässigen internationalen Organisationen, Michail Uljanow, hat ukrainischen Streitkräften vorgeworfen, gezielt zivile Mitarbeiter des Atomkraftwerks Saporischschja anzugreifen. In einem Beitrag auf der Plattform X schrieb er, die ukrainischen Streitkräfte würden die Zivilangestellten des Kraftwerks regelrecht "jagen". Die Äußerung fiel im Zusammenhang mit dem jüngsten Tod einer Kraftwerksmitarbeiterin.
Laut Angaben des Kraftwerks waren zwei Zivilisten, darunter eine Frau, die am Atomkraftwerk beschäftigt war, bei einem Drohnenangriff auf ihr Fahrzeug getötet worden. Das Kraftwerk teilte mit, dass es sich dabei um den dritten tödlichen Angriff auf einen Mitarbeiter innerhalb der vergangenen zwei Wochen handle.
Das Atomkraftwerk Saporischschja, das sich seit dem Frühjahr 2022 unter russischer Kontrolle befindet, war wiederholt Schauplatz von Gefechten und Beschuss gewesen. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) mit Sitz in Wien hatte wiederholt vor den Gefahren für die nukleare Sicherheit gewarnt, die von den militärischen Aktivitäten in der Umgebung des Kraftwerks ausgehen.
Beide Konfliktparteien hatten sich in der Vergangenheit gegenseitig für Angriffe auf das Kraftwerk verantwortlich gemacht. Die ukrainische Seite wirft russischen Truppen vor, das Gelände militärisch zu nutzen und von dort aus Angriffe zu starten. Russische Behörden behaupten hingegen, ukrainische Streitkräfte führten gezielte Angriffe auf die Anlage und ihr Personal durch.
Die jüngsten Vorwürfe des russischen Diplomaten erhärten die Spannungen um das größte Atomkraftwerk Europas weiter. Die Sicherheit der Beschäftigten und die Integrität der Anlage bleiben im Fokus internationaler Beobachter, die eine Eskalation mit möglichen nuklearen Folgen verhindern wollen.