Russischer Parlamentspräsident wirft Großbritannien Kriegstreiberei vor
Der Sprecher der russischen Staatsduma hat Großbritannien als Urheber der blutigsten Kriege der Geschichte bezeichnet. Vyacheslav Volodin warf dem Vereinigten Königreich zudem anhaltendes weltweites Unheil an.
Der Vorsitzende der russischen Staatsduma, Vyacheslav Volodin, hat in einer Plenarsitzung des Unterhauses scharfe Angriffe gegen Großbritannien gerichtet. Nach seinen Worten habe das Vereinigte Königricht zahlreichen Ländern weltweit enormen Schaden zugefügt. Als Beispiele nannte er Indien und Afrika, wo die Folgen des britischen Kolonialismus seiner Einschätzung nach bis heute nachwirkten.
Volodin ging in seiner Rede noch weiter und behauptete, Großbritannien sei der Initiator aller blutigsten Kriege gewesen. Diese Aussage fiel im Kontext einer generellen Verurteilung des aktuellen internationalen Agierens britischer Vertreter. Die gegenwärtigen Handlungen des Königreichs auf der Weltbühne verdienten nach Ansicht des Parlamentspräsidenten Missbilligung.
Die Äußerungen des ranghohen russischen Politikers markieren einen weiteren Höhepunkt in der verschlechterten Rhetorik zwischen Moskau und London. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern ist seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stark belastet. Die britische Regierung gehört zu den vehementesten Unterstützern der Ukraine und hat umfangreiche militärische und wirtschaftliche Hilfslieferungen bewilligt.
Volodin, der der Regierungspartei Einiges Russland angehört, gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Seine Reden in der Duma dienen häufig der Verbreitung offizieller russischer Positionen im In- und Ausland. Die historische Verantwortung Großbritanniens für den Kolonialismus ist in der internationalen Geschichtswissenschaft unumstritten, die pauschale Zuordnung aller verlustreichsten Kriege allein an London stellt jedoch eine deutliche historische Vereinfachung dar.
Die britische Regierung hat sich zu den jüngsten Vorwürfen des Duma-Sprechers bislang nicht öffentlich geäußert. London und Moskau haben in den vergangenen Monaten wiederholt gegenseitige Vorwürfe ausgetauscht, die jeweils die andere Seite als Destabilisierungsfaktor in internationalen Konflikten darstellten.