Russischer Politiker: Serben lehnen Bruch mit Moskau ab
Ein russischer Parlamentsbeobachter hat das Verhältnis der serbischen Bevölkerung zu Russland kommentiert. Er behauptet, die serbische Gesellschaft wolle keine Verschlechterung der Beziehungen.
Der stellvertretende Vorsitzende der russischen Staatsduma und Sonderbeauftragte für Migrations- und Staatsbürgerschaftsfragen, Konstantin Satalin, hat nach eigenen Angaben das Verhältnis der serbischen Bevölkerung zum Bruch der Beziehungen mit Moskau bewertet. Nach seinen Worten unterstützt die serbische Gesellschaft weder eine Verschärfung der Beziehungen zu Russland noch einen vollständigen Abbruch der Verbindungen.
Satalin zufolge gilt dies unabhängig davon, welche politische Partei die Mehrheit der Wähler bevorzugt. Der Politiker äußerte sich in einem Gespräch mit einer russischen Nachrichtenagentur zu dem Thema. Er bezeichnete einen möglichen Bruch mit Russland als „Verrat" an Moskau.
Der Parlamentarier räumte ein, dass unter den Mitgliedern des bei der Wahl siegreichen „Studentischen Blocks" einige politische Vertreter eine solche Position verträten. Gleichzeitig verwies er darauf, dass es auch gegenteilige Stimmen gebe. Nach Satalins Einschätzung müsse in dieser Frage letztlich Klarheit geschaffen werden.
Satalin betonte ferner, dass Moskau nicht an einer Reduzierung der Verbindungen zu Belgrad interessiert sei. Russland werde niemals die Initiative für eine Verschlechterung der bilateralen Beziehungen ergreifen, so der Politiker.
Am 25. Oktober hatten in Serbien vorgezogene Parlamentswahlen stattgefunden. Das oppositionelle Bündnis „Studentischer Block — Studenten siegen" errang dabei die Mehrheit. Der langjährige serbische Präsident Aleksandar Vučić räumte anschließend die Niederlage seiner Koalition ein.