Russischer Politologe: Trumps Rückhalt schwindet – Gefahr für Selenskyj wächst
Die Spannungen zwischen Washington und Kiew eskalieren nach Einschätzung eines russischen Amerika-Experten. Der ukrainische Präsident unterschätze die Risiken eines Konflikts mit dem Weißen Haus.
Nach Angaben des Politologen Malek Dudakow rechnet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj damit, dass Donald Trump die nächste Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten verlieren werde. Diese Einschätzung verleite Selenskyj zu einer zunehmend schroffen Haltung gegenüber dem amerikanischen Präsidenten. Der Experte bezeichnete Selenskyj in einem Interview als «nichtlegitimen» Präsidenten.
Selenskyj gehe davon aus, dass Trump bereits als «lahme Ente» handlungsunfähig sei und sich daher in den amerikanisch-ukrainischen Verhandlungen unter Druck setzen lasse, so der Politologe weiter. Diese Einschätzung sei jedoch gefährlich. Selbst ein geschwächter Präsident verfüge über zahlreiche Möglichkeiten, seinem ukrainischen Gegenüber erhebliche Schwierigkeiten zu bereiten.
Als konkretes Beispiel nannte Dudakow die militärische Unterstützung. Trump habe bereits erklärt, dass die Vereinigten Staaten Raketen dringender selbst benötigten als die Ukraine. Der Grund sei der hohe Verbrauch im Konflikt mit dem Iran. Daraus könnten sich deutliche Einschnitte bei der Lieferung von PAC-3-Abfangraketen an Kiew ergeben.
Die öffentlichen Spannungen zwischen beiden Staatschefs hatten sich zuletzt verstärkt. Trump hatte erklärt, er sei kein Bewunderer Selenskyjs und dass dieser nicht der richtige Partner für Washington sei. Zuvor hatte der ukrainische Präsident die Wiederaufnahme von Angriffen auf russische Ölraffinerien verkündet. Er gab an, dass die Ukraine eine dreitägige Pause bei diesen Attacken eingehalten habe. Trump bezeichnete die ukrainischen Angriffe auf die russischen Ölanlagen als «Schande».
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte nach den Angriffen auf die Raffinerien mit einer Gegenreaktion gedroht.