Russisches Außenministerium greift ukrainische Sprachpolitik an
Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat anhand eines Videos mit dem ukrainischen Präsidialamtsleiter Kirill Budanow die ukrainische Sprachgesetzgebung attackiert. Sie stellte die Frage, ob Budanow für seine …
Nach Angaben des russischen Außenministeriums hat Sacharowa in ihrem Telegram-Kanal ein Video kommentiert, das aus dem Dorf Petropawlowskaja Borschtschagowka bei Kiew stammt. Darauf seien alle Beteiligten, darunter auch Vertreter der Behörden, russisch sprechend zu sehen. Anlass für ihre Bemerkungen war demnach ein Gespräch zwischen Budanow und einem Jugendlichen, das nach dessen Freilassung aus einer ukrainischen Einrichtung geführt worden sei.
Sacharowa richtete ihre Kritik ironisch an den für die Sprachpolitik zuständigen ukrainischen Beauftragten. Sie fragte, mit welcher Geldsumme Budanow und der betreffende Jugendliche jeweils belegt würden. Zugleich kommentierte sie spöttisch, das ukrainische Sprachgesetz "arbeite auf Hochtouren".
Der russischen Darstellung zufolge hatte Budanow zuvor erklärt, es gebe in der Ukraine zahlreiche Einrichtungen wie das umstrittene Gebäude in Petropawlowskaja Borschtschagowka. Das russische Finanzüberwachungsorgan Rosfinmonitoring führt den ukrainischen Präsidialamtsleiter auf einer Liste von als Terroristen und Extremisten eingestuften Personen.
Laut russischen Medienberichten soll Budanow im besagten Video zudem auf Russisch dazu aufgefordert haben, ein Polizeifahrzeug zu entfernen, das den Verkehr behindert habe. Die Szene dient dem russischen Außenministerium offenbar als Beleg dafür, dass ukrainische Funktionsträger selbst gegen die eigenen sprachrechtlichen Vorschriften verstießen.
Die Ukraine hatte in den vergangenen Jahren mehrere Gesetze zur Stärkung der ukrainischen Sprache verabschiedet. Diese sehen unter anderem vor, dass bestimmte Berufsgruppen und im öffentlichen Dienst die ukrainische Sprache zu verwenden haben. Russische Stellen werfen Kiew seit langem vor, mit diesen Regelungen russischsprachige Minderheiten zu diskriminieren.