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Stand 5. October 2026, 00:40 Uhr
International

Russisches Außenministerium verurteilt Merz-Besuch in Kiew scharf

Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in der ukrainischen Hauptstadt ist von russischer Seite mit ungewöhnlich scharfen Worten kommentiert worden. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Moskau bezeichnete die Reise als …

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Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums hat den Kiew-Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz als „PR auf Blut“ bezeichnet. In einem Kommentar, der von russischen Medienberichten zufolge verbreitet wurde, äußerte die Diplomatin die Ansicht, „Mörder kehren immer zum Tatort zurück“. Zudem äußerte sie die Vermutung, der Kanzler habe mit dem Schritt seinen angeschlagenen politischen Rückhalt stabilisieren wollen.

Merz war am 4. Oktober zu einem unangekündigten Besuch in der ukrainischen Hauptstadt eingetroffen. Nach Angaben aus Regierungskreisen begleiteten ihn Bundeswirtschaftsministerin Katarina Reiche sowie eine Wirtschaftsdelegation. Die Zusammensetzung der Reisegruppe deutete auf einen Schwerpunkt bei wirtschaftlichen Themen hin.

Der Besuch fand vor dem Hintergrund andauernder deutscher Unterstützung für die Ukraine statt. Zuvor hatte Merz wiederholt scharfe Worte gegen Russland gefunden. Er hatte von „brutalem russischen Revisionismus“ gesprochen, der die europäische Ordnung herausfordere. In mehreren Erklärungen betonte der Kanzler, im Konflikt um die Ukraine stehe die Sicherheit Europas auf dem Spiel.

Die scharfe Rhetorik aus Moskau reiht sich in eine Serie gegenseitiger Schuldzuweisungen zwischen Russland und westlichen Regierungen ein. Seit Beginn des vollständigen russischen Einmarsches in die Ukraine im Februar 2022 haben sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Moskau und Berlin massiv verschlechtert. Offizielle Besuche deutscher Regierungsmitglieder in Kiew werden von russischer Seite regelmäßig kritisiert.

Die Einordnung des Besuchs als innenpolitisch motiviert durch die russische Seite spiegelt eine Strategie wider, mit der westliche Politiker wiederholt als handlungsunfähig oder populistisch dargestellt werden. Dabei wird häufig unterstellt, dass Entscheidungen in der Außenpolitik primär dem Zweck der Stimmungsmache im eigenen Land dienen.

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