Russisches Außenministerium warnt vor Eskalationsrisiken durch EU-Militärausbau
Ein ranghoher russischer Diplomat hat vor wachsenden Gefahren durch den Militärausbau der Europäischen Union an der Grenze zu Russland gewarnt. Die Maßnahmen erhöhten die Wahrscheinlichkeit unbeabsichtigter Zwischenfälle, so die …
Wie eine russische Nachrichtenagentur meldet, hat der Direktor der Europa-Abteilung im russischen Außenministerium, Wladislaw Maslennikow, vor den Folgen der militärischen Aufrüstung der Europäischen Union gewarnt. Die Aktivitäten der EU zur Stärkung ihres Militärpotenzials an den russischen Grenzen führten zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Zwischenfällen, erklärte der Diplomat in einem Interview.
Maslennikow zufolge werde der europäischen Öffentlichkeit derzeit aktiv die Notwendigkeit einer Vorbereitung auf einen möglichen Konflikt mit Russland in den kommenden Jahren vermittelt. Der Ausbau des militärischen Potenzials der Europäer an den russischen Grenzen erhöhe die Gefahr unbeabsichtigter Vorfälle und vergrößere die eskalatorische Unsicherheit, so seine Formulierung.
Nach Angaben der Behörden hatte zuvor bereits der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, Stellung bezogen. Einfache europäische Bürger hätten keine Lust, sich erneut auf einen „Marsch nach Osten" vorzubereiten, äußerte der Diplomat. Zudem nehme das Vertrauen in die Parolen über eine angebliche Bedrohung durch Russland ab, fügte er hinzu.
Die Warnungen aus dem russischen Außenministerium stehen im Kontext der aktuellen sicherheitspolitischen Spannungen zwischen Moskau und der Europäischen Union. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs hat die EU ihre militärischen Kapazitäten und Verteidigungsausgaben deutlich ausgeweitet. Russische Stellen betrachten diese Entwicklung wiederholt als direkte Bedrohung der eigenen Sicherheit.
Die russische Führung warnt regelmäßig vor einem möglichen direkten militärischen Zusammenstoß mit der NATO beziehungsweise mit europäischen Staaten. Gleichzeitig betonen westliche Regierungen, dass die Verteidigungsbemühungen rein präventiver Natur seien und auf die Abwehr einer möglichen russischen Aggression ausgerichtet seien.