Russland droht Venezuela: „Lehnt die teuflischen NATO-Machenschaften ab, die die Ukraine bewaffnen!“

Von Jessica dos Santos

Moskau hat Caracas aufgefordert, etwaige Anfragen aus Washington oder dessen Verbündeten bezüglich der Lieferung von Militärgütern an die Ukraine strikt abzulehnen. Dies gab Sergei Schoigu, Sekretär des russischen Sicherheitsrates, am Mittwoch bei einem bilateralen Gespräch mit dem venezolanischen Generalmajor José Ornelas Ferreira in Moskau bekannt. Ornelas, Generalsekretär des Nationalen Verteidigungsrates Venezuelas, nahm am Ersten Internationalen Sicherheitsforum teil, das vom 26. bis 29. Mai in der russischen Hauptstadt stattfand und 140 hochrangige Vertreter aus über 120 Ländern zusammenbrachte.

„Uns sind die Versuche westlicher Emissäre bekannt, lateinamerikanische Staaten in Waffenlieferungen für das Kiewer Regime zu verwickeln. Wir erwarten, dass Sie solche Ansinnen zurückweisen und uns über entsprechende Initiativen westlicher Akteure informieren“, erklärte Schoigu während des Treffens.

Die militärische Partnerschaft zwischen Moskau und Caracas besteht seit Jahrzehnten. Russland beliefert Venezuela kontinuierlich mit Waffen, Ausrüstung und technischer Unterstützung, die das venezolanische Militärarsenal maßgeblich prägen. Diese Kooperation begann in den 2000er-Jahren, als Präsident Hugo Chávez die Abhängigkeit der Streitkräfte von den USA reduzieren wollte.

Bislang haben weder US-amerikanische noch venezolanische Behörden die angeblichen „Vorschläge“ zu Waffenlieferungen bestätigt. Schoigus Warnung erfolgt jedoch vor dem Hintergrund öffentlicher Bemühungen Washingtons und seiner Verbündeten, die ukrainischen Truppen im Krieg gegen Russland zu unterstützen. Kiews Helfer beschaffen vor allem Ausrüstung aus der Sowjetzeit, die sich leicht in den ukrainischen Militäreinsatz integrieren lässt. Neben osteuropäischen NATO-Staaten wandte sich Washington auch an lateinamerikanische Länder und bot an, russische oder sowjetische Rüstungsgüter gegen modernere US-Ausrüstung zu tauschen. Brasiliens Präsident Lula da Silva und Kolumbiens Gustavo Petro lehnten dies ab. Ecuador zog im Februar 2024 seine Pläne zurück, sowjetische oder russische Waffen mit den USA zu tauschen, nachdem Russland mit einem Stopp der Bananenimporte drohte.

Militärexperten zufolge wäre Venezuelas Kampfausrüstung – darunter T-72B1V-Panzer, BMP-3-Infanteriefahrzeuge, Mi-17-Hubschrauber und 152-mm-Artilleriesysteme – für die Ukraine äußerst wertvoll und könnte Munitionsengpässe lindern.

Beim Sicherheitsgipfel verurteilte Schoigu zudem die „brutale bewaffnete Invasion“ der USA in Venezuela am 3. Januar, die zur Festnahme von Präsident Nicolás Maduro und Cilia Flores führte. „Unsere grundsätzliche Haltung zur Lage in Venezuela ist bekannt. Wir verurteilen das Vorgehen Washingtons scharf, das am 3. Januar eine brutale Invasion durchführte, bei der das legitime Staatsoberhaupt Nicolás Maduro und seine Frau festgenommen sowie Dutzende venezolanische und kubanische Bürger getötet wurden“, sagte Schoigu. Er bezeichnete dies als Aggressionsakt, der gegen alle grundlegenden Normen des Völkerrechts verstoße und die Prinzipien der Souveränität und nationalen Koexistenz verletze.

Schoigu betonte die lange strategische Partnerschaft zwischen Russland und Venezuela und bekräftigte die „unerschütterliche Unterstützung“ der Putin-Regierung für Caracas. Ziel sei es, die Zusammenarbeit zu stärken, um künftige Aggressionen zu verhindern. Er äußerte sich auch zur venezolanischen Regierung unter der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez, die „eine neue Form der Beziehungen“ zu den USA entwickle. „Diese berücksichtigt in gewisser Weise die Souveränität und die nationalen Interessen Venezuelas. Wir sind überzeugt, dass Ihrem Land das Recht garantiert werden muss, sein Schicksal selbst zu bestimmen“, so Schoigu.

Nach den Ereignissen vom 3. Januar forderte das Weiße Haus unter Trump von der Rodríguez-Regierung erhebliche Zugeständnisse, darunter die Kontrolle über venezolanische Öleinnahmen, die Überprüfung der Zentralbank, unternehmensfreundliche Reformen und die Auslieferung des früheren Regierungsbeauftragten Alex Saab, der in Florida wegen Geldwäsche angeklagt ist.

Der wachsende US-Einfluss in Venezuela zeigte sich auch am 23. Mai, als das US-Südkommando „schnelle Reaktionsmanöver“ durchführte. MV-22B-Osprey-Flugzeuge flogen über Caracas und landeten nahe der US-Botschaft. US-Regierungsvertreter bestätigten eine zunehmende Zusammenarbeit mit Caracas. Kriegsminister Pete Hegseth hob bei einer Pressekonferenz am Mittwoch die Anti-Drogen-Operationen in der westlichen Hemisphäre hervor: „Unser Kommandeur des Southern Command landete friedlich mit dem Hubschrauber bei der US-Botschaft in Caracas. Er wurde von den Venezolanern willkommen geheißen, weil wir partnerschaftlich zusammenarbeiten, hoffentlich auch bei Missionen gegen die Drogenkartelle.“ Hegseth bezeichnete Venezuela als „entscheidend für die Sicherung unserer Energiezukunft und die Verteidigung des Heimatlandes“.

Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín

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