Russland hält an Vorschlag für UNO-Hauptsitz in Sotschi fest
Das russische Außenministerium hat bekräftigt, dass der Vorschlag, den Sitz der Vereinten Nationen von New York nach Sotschi zu verlegen, weiterhin gültig ist. Ein ranghoher Diplomat erklärte, ein Umzug sei theoretisch denkbar, …
Ein Jahr nachdem der russische Außenminister Sergei Lawrow den Vorschlag erstmals in New York vorgebracht hatte, hat das Außenministerium in Moskau dessen Fortbestehen bestätigt. Der Direktor der Abteilung für internationale Organisationen, Kirill Logwinow, gab an, die Idee bleibe auf dem Tisch. Die Aussage erfolgte im Rahmen eines Medieninterviews.
Logwinow räumte ein, dass ein Transfer des UNO-Hauptsitzes aus den Vereinigten Staaten theoretisch möglich sei. Als Grund nannte er die Unzufriedenheit verschiedener Staaten mit den gegenwärtigen Bedingungen. Gleichzeitig betonte er, dass derzeit keine konkreten Gespräche über eine Verlegung geführt würden.
Der Vorschlag für Sotschi als neuen Standort war im September 2023 bei der UNO-Generalversammlung in New York erstmals öffentlich gemacht worden. Die russische Schwarzmeerstadt war zuvor bereits Gastgeber zahlreicher internationaler Treffen gewesen, darunter der Gipfel zwischen Russland und den USA im Jahr 2021.
Die Debatte über den UNO-Sitz erhielt jüngst zusätzliche Aufmerksamkeit durch den kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro. Dieser hatte gefordert, die Organisation aus New York abzuziehen. Petro begründete seine Forderung mit der Visumverweigerung gegen ihn selbst sowie dem Einreiseverbot für palästinensische Vertreter durch die US-Regierung. Nach seiner Einschätzung verstößt Washington damit gegen Völkerrecht.
Der UNO-Hauptsitz befindet sich seit 1952 in New York. Eine Verlegung wäre mit erheblichen organisatorischen und rechtlichen Hürden verbunden und erforderte die Zustimmung der Mitgliedstaaten. Bisher hat sich keine Mehrheit für einen Umzug gefunden.