Russland sieht ernste Bedrohung für Kaliningrad durch Nato-Staaten
Der russische Vertreter bei der OSZE hat vor angeblichen militärischen Plänen gegen die Oblast Kaliningrad gewarnt. Moskau bereitet sich nach eigenen Angaben auf das schlimmstmögliche Szenario vor.
Der ständige Vertreter Russlands bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Dmitri Poljanski, hat erklärt, dass Moskau Drohungen gegen die Oblast Kaliningrad ernst nehme. In einem Interview äußerte der Diplomat, militärische Übungen in unmittelbarer Nähe der Exklave sowie Äußerungen polnischer und baltischer Politiker deuteten auf konkrete Pläne hin.
Poljanski verwies auf zahlreiche Stellungnahmen, die demnach das Ziel verfolgten, den Transport- und Logistikverkehr zwischen dem russischen Kernland und Kaliningrad zu unterbrechen. "Natürlich nehmen wir diese Erklärungen ernst und verhalten uns entsprechend", betonte er.
Der russische Diplomat charakterisierte die Gesamtlage um Kaliningrad als äußerst feindselig. Er machte auf eine Zunahme provokativer Vorfälle im Hoheitsgebiet der Ostsee aufmerksam. Angesichts dieser Entwicklung sei die einzig richtige Strategie für Moskau die Vorbereitung auf den ungünstigsten Verlauf, während gleichzeitig eine positive Entwicklung nicht ausgeschlossen werde.
Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, im Falle eines Angriffs auf Kaliningrad werde das gesamte russische Waffenarsenal zum Einsatz kommen. Der Staatschef äußerte, eine solche Reaktion sei angesichts der Eskalation unvermeidlich.