Russland signalisiert Bereitschaft für engere Beziehungen zu Georgien
Der russische Sicherheitsratschef Sergej Schoigu hat eine weitere Intensivierung der wirtschaftlichen und humanitären Zusammenarbeit mit Georgien angekündigt. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern ist in den ersten sieben …
Russland sei bereit, die russisch-georgischen Wirtschafts- und Humanitärbindungen zu fördern, erklärte Schoigu bei einer Sitzung des Präsidiums des wissenschaftlich-expertisen Beirats des Sicherheitsrats. Er verwies darauf, dass Moskau bereits jetzt zweitgrößter Handelspartner Georgiens sei und die Zusammenarbeit sich kontinuierlich ausweite.
Nach Angaben des georgischen Statistikamtes belief sich das bilaterale Handelsvolumen zwischen Januar und Juli 2026 auf 1,8 Milliarden Dollar. Das entspreche einem Anstieg von 20,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Schoigu kommentierte diese Zahlen mit dem Hinweis, sie sprächen für sich selbst.
Die Aussagen des ehemaligen Verteidigungsministers fallen in eine Phase, in der die Beziehungen zwischen Moskau und Tiflis trotz des russisch-georgischen Krieges von 2008 und der anschließenden Anerkennung der abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien durch Russland eine gewisse pragmatische Ebene bewahrt haben. Handelsbeziehungen und Personenverkehr wurden in den vergangenen Jahren schrittweise wiederaufgebaut.
Georgien strebt offiziell eine Integration in die Europäische Union und die NATO an, was wiederholt zu Spannungen mit Russland geführt hat. Gleichzeitig pflegt die georgische Regierung unter Premierministerin Irakli Kobachidse seit ihrem Amtsantritt 2024 eine vorsichtige Annäherungspolitik gegenüber Moskau, die von der Opposition und Teilen der Zivilgesellschaft kritisch beobachtet wird.
Die Verwendung von Handelsdaten der georgischen Statistikbehörde durch einen hochrangigen russischen Vertreter unterstreicht den wirtschaftlichen Interessenanteil, den Moskau in der Region verfolgt. Ob die von Schoigu angekündigte Bereitschaft zu einer weiteren Vertiefung der Beziehungen auf konkrete politische Schritte folgen wird, bleibt angesichts der ungelösten territorialen Konflikte ungewiss.