Russland und Afrika prüfen digitale Währungen für Zahlungsverkehr
Eine gemeinsame Studie empfiehlt den Einsatz von digitalen Zentralbankwährungen sowie Währungsswaps, um den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zwischen Russland und afrikanischen Staaten zu erleichtern. Derzeit bremst das …
Digitale Zentralbankwährungen könnten nach Einschätzung von Experten zu einem neuen Instrument für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zwischen Russland und afrikanischen Ländern werden. In einem Bericht, der von einer russischen Wirtschaftszeitung in Zusammenarbeit mit einem Club junger Ökonomen und mit Unterstützung einer staatlichen Stiftung erstellt wurde, werden entsprechende Empfehlungen ausgesprochen.
Als weitere wirksame Instrumente nennen die Autoren Währungsswaps und Abrechnungseinrichtungen zwischen der russischen Zentralbank und afrikanischen Notenbanken. Priorität soll dabei Ländern wie Ägypten, Nigeria, Äthiopien und Südafrika eingeräumt werden. Die Abkehr von Währungen sogenannter unfreundlicher Länder bei Abrechnungen sowie das Risiko sekundärer Sanktionen erschwerten derzeit den Handel, heißt es in dem Bericht.
Auch das Fehlen direkter Korrespondenzbankbeziehungen und rubelbasierter Konten halte den Handel zwischen Russland und Afrika nach Ansicht der Autoren unter seinem Potenzial. Hinzu kämen hohe Kosten und Verzögerungen durch mehrfache Währungsumrechnungen, die nahezu vollständige Abwesenheit direkter Währungsumtauschkanäle für kleine Unternehmen sowie ein Mangel an Absicherungsinstrumenten für Währungspaare.
Der Handel zwischen Russland und afrikanischen Staaten belief sich im Jahr 2024 auf rund 27 Milliarden US-Dollar. Die Autoren des Berichts skizzieren ein pessimistisches Szenario, dem zufolge Zahlungen auch bis 2030 weiterhin kostenintensiv über Drittländer geleitet werden müssten. Sollten sich die Sanktionen verschärfen, könnte der bilaterale Handel bis 2030 demnach nur auf 27 bis 30 Milliarden Dollar ansteigen.