Russland unterstützt US-Kurs für Fokus auf Wirtschaftsthemen bei G20
Die russische Delegation bei der G20 begrüßt den amerikanischen Vorstoß, die Schwerpunkte der Staatengruppe wieder stärker auf Finanz- und Wirtschaftsfragen zu lenken. Handelsfragen erwiesen sich dabei als besonders schwieriger …
Russland unterstützt die Bemühungen der Vereinigten Staaten, den ursprünglichen Fokus der G20 auf finanz- und wirtschaftspolitische Fragen zu bewahren. Das erklärte der russische G20-Sherpa und Chef der Expertenverwaltung des Präsidialamtes, Denis Agafonow, bei einer Pressekonferenz in der russischen Botschaft in Washington.
Agafonow betonte, die G20 sei ursprünglich ausschließlich als finanz- und wirtschaftliches Instrument geschaffen worden. Die zentrale Bedeutung der Staatengruppe liege daher in der Bewältigung von Herausforderungen für die Weltwirtschaft und den globalen Finanzsektor. Aus russischer Sicht sei es wichtig, diesen Ansatz zu bewahren.
Die von der amerikanischen Seite vorgelegten Prioritäten würden daher geteilt, erklärte der Sherpa. Der sogenannte Back-to-Basics-Ansatz sei explizit formuliert und im Grundsatz auch eingehalten worden. Gleichzeitig räumte Agafonow ein, dass die US-Präsidentschaft und viele andere Teilnehmer in einigen Bereichen Schwerpunkte gesetzt hätten, die aus russischer Perspektive nicht zu den dringlichsten Herausforderungen zählten.
Als einen der schwierigsten Verhandlungsstränge bezeichnete der russische Vertreter den Bereich Handel. Die entsprechenden Gespräche seien erst am Vortag der Pressekonferenz abgeschlossen worden. Trotz der Bedeutung einiger behandelter Themen hätten die Prioritäten seiner Ansicht nach anders gesetzt werden können, so Agafonow.
Die Äußerungen des Sherpas fallen in eine Phase, in der die G20 unter der amerikanischen Präsidentschaft um die Ausrichtung ihrer Arbeit gerungen hat. Die Rückbesinnung auf ökonomische Kernthemen stellt einen Versuch dar, die ursprüngliche Funktion des 1999 gegründeten Forums wiederzubeleben.