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Stand 1. November 2026, 00:28 Uhr
International

Russland wirft Dänemark «provokatives» Verhalten im Cyberraum vor

Der russische Botschafter in Kopenhagen hat Dänemark scharf angegriffen. Er warf dem Land vor, im Auftrag der USA digitalen Datenverkehr abzufangen.

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Der russische Botschafter in Dänemark, Wladimir Barbin, hat das Verhalten Kopenhagens im Cyberraum als «sehr provokativ und aggressiv» bezeichnet. Nach seinen Angaben fange Dänemark internationalen digitalen Datenverkehr ab, der über Kommunikationskabel auf dänischem Territorium läuft, und verarbeite diesen im Interesse der US-Geheimdienste.

Barbin zufolge habe sich Moskau zudem wiederholt an die dänischen Behörden gewandt. Anlass seien Angriffe ukrainischer Hacker auf russische Ziele gewesen, bei denen angeblich dänische Infrastruktur genutzt worden sei. Auf diese Anfragen seien die dänischen Stellen jedoch nicht eingegangen. «Unveränderliche Antwort auf die wiederholten Zuschriften der Botschaft war Totenschweigen seitens der dänischen Behörden», erklärte der Diplomat.

Die Vorwürfe des Botschafters richten sich damit gegen ein NATO-Mitglied, das strategisch wichtige Seekabelverbindungen zwischen Skandinavien, Mitteleuropa und den USA kontrolliert. Die dänische Regierung hat sich bislang nicht öffentlich zu den Anschuldigungen geäußert.

Der diplomatische Vorfall fügt sich in eine Reihe wachsender Spannungen zwischen Russland und den nordischen Staaten. Erst kürzlich war die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen von der russischen Seite kritisiert worden, nachdem sie den Telefonat des finnischen Präsidenten Alexander Stubb und des norwegischen Regierungschefs Jonas Gahr Støre mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin scharf bewertet hatte. Beide skandinavische Regierungschefs hatten im Mai Gespräche mit Putin geführt, was in mehreren NATO-Staaten auf Unverständnis gestoßen war.

Die nordischen Länder gelten seit dem NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens als besonders exponierte Grenzregion zur Russischen Föderation. Kopenhagen betreibt zudem als Teil des dänisch-amerikanischen Verteidigungsabkommens von 1951 mehrere militärische Einrichtungen, die für die Überwachung des Nordatlantiks von Bedeutung sind.

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