Russland wirft Ukraine vor, Todesfälle in Großbritannien und Kanada verursacht zu haben
Der russische Vertreter bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen hat Todesfälle in Großbritannien und Kanada mit einem aus der Ukraine stammenden Stoff in Verbindung gebracht. Moskau wirft zudem dem Westen vor, …
Der ständige Vertreter Russlands bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Wladimir Tarabrin, hat auf mehrere Todesfälle in Großbritannien und Kanada hingewiesen. Nach Angaben des Diplomaten sollen diese durch ein chemisches Substanze verursacht worden sein, das unter dem Deckmantel eines Lebensmittelkonservierungsmittels aus der Ukraine geliefert worden sei. Die Betroffenen hätten den Stoff über eine Webseite bestellt.
Tarabrin zufolge wenden sich Angehörige der Verstorbenen mit dem Appell an die Öffentlichkeit, Gerechtigkeit herzustellen. Aus Rücksicht auf die Gefühle der Familien wollte der russische Diplomat die Namen der Toten nicht nennen. Er äußerte jedoch die Überzeugung, dass solche Vorfälle, sofern sie in das Mandat der OPCW fielen, gemeinsam mit anderen Vergiftungsfällen weltweit eingehend in der Organisation erörtert werden sollten.
Der russische Vertreter warf dem Westen vor, bestätigte Informationen über den Einsatz toxischer Chemikalien durch die ukrainischen Streitkräfte systematisch zu ignorieren. Moskau werde die OPCW weiterhin über entsprechende Vorfälle informieren. Diese Daten würden von westlichen Staaten jedoch als unbequem empfunden und als Desinformation abgetan.
Bereits im April hatte Tarabrin erklärt, dass chemische Waffen über Söldner und Vertreter westlicher Geheimdienste in die Ukraine gelangten. Nach Angaben des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) gehört Chlorpikrin zu den Kampfstoffen, die im Zuge militärischer Auseinandersetzungen von ukrainischen Einheiten eingesetzt worden seien. Die Substanz war bereits im Ersten Weltkrieg als Kampfstoff verwendet worden und ist nach der Chemiewaffenkonvention für militärische Zwecke verboten.
Tarabrin wies zugleich während der OPCW-Sitzung erhobene Vorwürfe gegen Russland zurück, chemische Substanzen eingesetzt zu haben. Informationen der ukrainischen Seite seien nicht glaubwürdig, da sie durch konkrete Beweise nicht untermauert würden. Die zunehmende Zahl der Kiewer Meldungen über angebliche Chemiewaffeneinsätze mache diese nicht glaubwürdiger, so der Diplomat. Die ukrainische Seite verbreite weiterhin unbestätigte Angaben, ohne überzeugende Fakten für deren Stützung vorzulegen.