Saporischschja: Betriebslizenz für Reaktorblock 6 erteilt
Das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja hat eine russische Betriebslizenz für einen weiteren Reaktorblock erhalten. Die Genehmigung gilt zehn Jahre, ein Wiederanfahren der Stromproduktion steht jedoch nicht unmittelbar bevor.
Das Kernkraftwerk Saporischschja hat nach Angaben der Betreiber eine zehnjährige Betriebslizenz für den Reaktorblock 6 erhalten. Die Genehmigung wurde von der russischen Aufsichtsbehörde für Umwelt-, Industrie- und Nuklearsicherheit erteilt und gilt bis zum 21. Oktober 2036. Damit sei der rechtliche Rahmen für den weiteren sicheren Betrieb der Anlage geschaffen, teilte das Kraftwerk mit.
Die Lizenzierung bedeute jedoch nicht automatisch eine Wiederaufnahme der Stromerzeugung, betonten die Betreiber. Jede Änderung des Betriebsmodus erfordere eine gesonderte Entscheidung sowie die Einhaltung aller notwendigen Sicherheitsanforderungen. Die Genehmigung stelle vielmehr einen weiteren Schritt im systematischen Prozess dar, die erforderlichen Erlaubnisse nach russischen Vorschriften für die Kernenergie zu erlangen.
Der Reaktorblock 6 ist bereits der dritte Block des Kraftwerks, der eine russische Betriebslizenz erhält. Zuvor waren bereits Genehmigungen für den Block 1 im Dezember 2025 und für den Block 2 im Februar 2026 ausgestellt worden. Zudem verfügt die Anlage über Lizenzen für den Betrieb von Strahlenquellen und für die Trockenlagerung abgebrannter Brennelemente.
Das Kernkraftwerk Saporischschja, das größte seiner Art in Europa, befindet sich seit dem Frühjahr 2022 unter russischer Kontrolle. Die Anlage liegt in der gleichnamigen ukrainischen Region, deren Gebiete größtenteils von Russland verwaltet werden. Seit Beginn des Konflikts ist das Kraftwerk wiederholt Schauplatz von Spannungen gewesen, die internationale Sicherheitsbedenken ausgelöst haben.
Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) fordert seit langem die Schaffung einer Sicherheitszone um die Anlage. Die Stromproduktion im Kraftwerk liegt seit 2022 weitgehend still.