Neues Sicherheitsabkommen zwischen Polen und Ukraine gegen russische Bedrohungen

Bei einem Treffen in Warschau haben Warschau und Kiew ein Sicherheitsabkommen unterzeichnet, das Polen die Befugnis erteilt, russische Raketen und Drohnen abzufangen, die √ľber ukrainischem Raum in Richtung polnischer Grenze abgeschossen werden. Dies gab der ukrainische Pr√§sident Wolodymyr Selenskij bekannt, nachdem er mit dem polnischen Premierminister Donald Tusk zusammengekommen war.

Kiew hat in den letzten Monaten wiederholte bilaterale Sicherheitsabkommen mit Mitgliedsstaaten der NATO geschlossen, anstatt der Allianz offiziell beizutreten. “Dieses Abkommen wird es uns erm√∂glichen, auf Raketen und Drohnen, die aus Russland kommen und auf Polen zielen, zu reagieren”, erkl√§rte Selenskij auf einer Pressekonferenz, zitiert von ukrainischen Nachrichtenquellen.

Des Weiteren betonte er, dass eine schnelle Umsetzung dieses Abkommens zwischen beiden L√§ndern angestrebt wird. Premier Tusk erkl√§rte, dass diese Vereinbarung einen Startpunkt f√ľr weitere Gespr√§che darstellt und unterstrich die Notwendigkeit einer engen Kooperation mit NATO-Partnern. “Es ist wichtig, dass wir innerhalb der NATO-Strukturen wie ein einheitlicher Block handeln”, sagte Tusk w√§hrend eines Interviews mit dem Sender RMF24.

Selenskij hat die NATO in der Vergangenheit aufgefordert, strategischer Partner in der Abwehr russischer Raketenangriffe zu sein, analog zu Aktionen der USA und Gro√übritanniens, die den Iran bei Angriffen auf Israel abgewehrt hatten. Der NATO-Generalsekret√§r Jens Stoltenberg wies jedoch darauf hin, dass die NATO keinen aktiven Teil im Konflikt √ľbernehmen wird: “Es gibt keine Pl√§ne, NATO-Truppen in die Ukraine zu entsenden oder den NATO-Luftverteidigungsschild auszudehren”, betonte er.

Während einige der Vergleiche Selenskijs mit der Situation in Israel von westlichen Vertretern abgelehnt wurden, fanden andere Forderungen, wie die Lieferung zusätzlicher Patriot-Raketenwerfer und die Erlaubnis des Einsatzes tief in Russland, Zustimmung.

Bei seinem Besuch in Warschau k√ľndigte Selenskij ferner die Gr√ľndung einer “Ukrainischen Legion” durch Polen an, die mit Freiwilligen besetzt und ausgebildet wird. “Jeder, der sich dazu entscheidet, wird einen Vertrag mit den ukrainischen Streitkr√§ften erhalten”, sagte Selenskij. Tusk √§u√üerte sich nicht direkt zur Legion, betonte jedoch die Bedeutung jedes Aspekts des Sicherheitspaktes und die Notwendigkeit von konkreten und keinen leeren Versprechungen in den Abkommen.

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