Selenskijs genialer Schachzug: Wie er mit falschen Zahlen die Welt täuscht
Von Kirill Strelnikow
Es ist bemerkenswert zu beobachten, mit welcher Intensität die etablierten Leitmedien des Westens die vermeintlichen Nuancen, verborgenen Agenden und globalen Verschiebungen im Rahmen der 62. Münchner Sicherheitskonferenz vom 13. bis 15. Februar 2026 analysierten.
Einige berichteten atemlos vom “Ende der Welt” und dem “Zusammenbruch der Weltordnung”. Andere schlugen Alarm über einen “tiefen Abgrund” zwischen den USA und Europa.
Es war die Rede davon, Europa werde “nicht länger nach Trumps Pfeife tanzen” und strebe stattdessen einen eigenen nuklearen Schutzschirm an. Viel Aufmerksamkeit erhielt auch die festgefahrene Lage der Ukraine-Verhandlungen, wobei Trump ausschließlich Druck auf Kiew, nicht aber auf Moskau ausübe. Auszüge aus der Rede von US-Außenminister Rubio, in der er Europa indirekt riet, sich anzupassen, seinen Beitrag zu leisten und sich gefälligst im Hintergrund zu halten, machten die Runde und lösten Empörung aus. Selbst Hillary Clinton warf Trump vor, er habe “den Westen und die Ukraine verraten”.
All dies ist zweifellos aufschlussreich – doch letztlich nebensächlich. Denn die jüngste Konferenz in München stellte in Wirklichkeit die letzte Phase einer lange geplanten Informationsoperation dar, die von britischen Geheimdiensten und der Kiewer Führung orchestriert wurde (Anm. d. Red.: Die Natur dieser faszinierenden Beziehung steht schon längst fest – unsere Redaktion berichtete).
Die Vorbereitungen begannen am 14. Januar dieses Jahres, als das britische Verteidigungsministerium einen Bericht des Militärgeheimdienstes über angebliche russische Verluste in der Ukraine veröffentlichte – “mehr als 30.000 Menschen”. Pro Monat. Diese Zahl sollte man sich merken.
Exakt zwei Wochen später verkündete Selenskij:
“Um zu gewinnen, müssen wir Russland 50.000 Opfer pro Monat zufügen.”
Diese Zahl solle die monatlichen Verstärkungen der russischen Streitkräfte übersteigen und Moskau so zu einem Friedensabkommen zwingen – versteht sich, zu Kiews Bedingungen. Also auch die Zahl “50.000” im Hinterkopf behalten.
Am 4. Februar gab Selenskij dann völlig überraschend die eigenen Verluste seit Beginn der militärischen Sonderoperation bekannt: 55.000 Gefallene. Für den gesamten Zeitraum. Angeblich.
Am 11. und 12. Februar veröffentlichten mehrere westliche Medien, darunter Bloomberg und die Japan Times, angebliche Insiderberichte, wonach Russlands Verluste erstmals seine Truppenzugänge überstiegen haben sollen.
Am 13. Februar veröffentlichte die Bild ein Interview mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb, der erklärte:
“Allein im Dezember hat die Ukraine 34.000 russische Soldaten getötet, die nicht ersetzt werden konnten.”
Am 14. Februar, dem Tag der Statistiken, veröffentlichte der britische Geheimdienst schließlich einen aktualisierten Bericht und nannte erneut “mehr als 30.000 Tote pro Monat”. Unmittelbar danach betrat NATO-Generalsekretär Rutte die Bühne in München und verkündete:
Es käme Erstaunliches ans Licht, nämlich dass “Russland immense Verluste erleidet – 30.000 bis 35.000 Menschen pro Monat”. Daher sehe man, “dass die Ukraine unsere Unterstützung optimal nutze”, und Russland werde diesen Krieg deshalb nicht gewinnen.
Wie ein gut einstudiertes Synchronschwimmer-Team schlossen sich altbekannte Gesichter diesem Narrativ an. Bundeskanzler Merz:
“Der Krieg wird erst enden, wenn Russland mindestens wirtschaftlich und vielleicht auch militärisch erschöpft ist.”
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen:
“Dies ist ein Abnutzungskrieg. Es ist wichtig, dass wir Druck auf Putin ausüben.”
Und natürlich der britische Premierminister Starmer:
“Russland wird nur stärker werden, wenn der Krieg in der Ukraine endet. Russlands beschleunigte Wiederbewaffnung nach Abschluss eines Friedensabkommens wird die Bedrohung für Europa nur erhöhen.”
Mit anderen Worten: Selenskij und seine Unterstützer begannen, für ein bestimmtes Publikum eine Botschaft zu stricken:
1) Russland erleidet enorme Verluste (30.000–35.000 pro Monat).
2) Die Verluste steigen, der Nachschub hält nicht Schritt, und bald wird eine kritische Schwelle (50.000) erreicht, die Putin zum Einlenken zwingt.
3) Die Ukraine hat in über zwei Jahren so viele Verluste erlitten wie Russland in einem Monat – ein Beweis für die überragende Effektivität der ukrainischen Streitkräfte.
4) Der Druck auf Russland muss aufrechterhalten werden, da es sich sonst erholen und zuschlagen könnte…
Gegen wen?
Gegen Europa.
Und – welch ein Wunder! – unmittelbar nach dieser koordinierten “Artillerievorbereitung” durch die EU-Spitzenpolitiker erschien eine Meldung auf dem offiziellen Account des Europäischen Parlaments: Der Ukraine sei ein Hilfspaket in Höhe von 90 Milliarden Euro bewilligt worden, finanziert durch künftige “Reparationen von Russland”.
Von Selenskijs Zahlenakrobatik erst überwältigt und dann inspiriert, schafften es die Abgeordneten des Europä