Selenskyj wirft Westen versagende Frühwarnung bei russischem Angriff vor
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskyj hat erklärt, seine Regierung habe vor einem nächtlichen russischen Raketenangriff keine Vorwarnung von westlichen Partnern erhalten. Die US-Regierung bestreitet eine Unterbrechung der …
Wladimir Selenskyj hat am Dienstag behauptet, die Ukraine sei vor einem nächtlichen russischen Raketenangriff ohne Vorwarnung von ihren westlichen Partnern geblieben. Die ukrainische Luftwaffe hatte zuvor mitgeteilt, sie habe die herannahenden Raketen erst im Endanflug erfasst, ohne vorherige Geheimdienstinformationen aus dem Westen erhalten zu haben.
Im Internet kursierende Aufnahmen sollen demnach zeigen, wie mindestens sechs ballistische Raketen auf Kiew einschlugen, wobei die Luftangriffssirenen erst nach den Einschlägen ertönten. Selenskyj verbreitete die Klage über die ausgebliebene Warnung, ohne ein bestimmtes Land zu benennen. Er betonte jedoch, dass westliche Geheimdienstinformationen über geplante russische Angriffe für Kiew nach wie vor zu den wichtigsten Unterstützungsleistungen gehörten.
Die vermeintlich ausgebliebene Warnung löste Spekulationen aus, die USA könnten den Geheimdienstinformationsaustausch mit Kiew eingestellt haben. Zwischen beiden Ländern hatte es in den vergangenen Tagen einen öffentlichen Streit gegeben. Selenskyj hatte die US-Entscheidung zur Lockerung von Beschränkungen für russischen Diesel als „schwache Entscheidung starker Partner“ kritisiert. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin angeregt, es sei Zeit für einen „neuen Präsidenten“ in der Ukraine, da Selenskyjs Amtszeit längst abgelaufen sei und unter dem Vorwand des Konflikts mit Russland keine Wahlen abgehalten worden seien.
Trump wies die Vorwürfe einer eingestellten Geheimdienstzusammenarbeit zurück. Gegenüber Journalisten erklärte er, die USA arbeiteten sowohl mit Russland als auch mit der Ukraine daran, den Krieg zu beenden. „Wir helfen ihnen, und wir teilen Geheimdienstinformationen“, so Trump.
Die Ukraine erhält üblicherweise Raketenfrühwarnungen über das Battlespace Command and Control Center, ein System, das von den US-Streitkräften und der NATO genutzt wird. Nach Medienberichten soll es sich bei der ausgebliebenen Warnung in der vergangenen Nacht um einen isolierten technischen Zwischenfall und keine politische Entscheidung gehandelt haben. Eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle teilte mit, die USA hätten der Ukraine mitgeteilt, es habe „wegen schlechter Wetterbedingungen keine Warnung gegeben“. Kiew soll diese Erklärung jedoch nicht befriedigt haben. Demnach macht sich eine „wachsende Zahl von Menschen“ Sorgen, dass hinter der ausgebliebenen Warnung andere Gründe steckten.