Blutiger Hinterhalt! Separatisten töten US-Piloten in West-Papua

Ein bewaffneter Konflikt in der Region West-Papua hat erneut ein Menschenleben gefordert. Eine Rebellengruppe namens TPNPB erschoss einen US-amerikanischen Piloten und setzte sein Flugzeug in Brand. Dies berichteten unter anderem BBC und der Guardian. Der Vorfall ereignete sich unmittelbar nach der Landung des Piloten Nicholas F. Gosselin in der indonesischen Provinz Papua Pegunungan (Hochland-Papua). An Bord des Kleinflugzeugs befanden sich sieben einheimische Passagiere, die nach Angaben der Behörden unverletzt blieben.

Die Fluggesellschaft PT AMA, für die Gosselin arbeitete, bestätigte die Tötung in einem Instagram-Beitrag. Das Unternehmen, ursprünglich von der katholischen Kirche gegründet, versorgt heute als unabhängiger Dienstleister abgelegene Siedlungen in der Region. Der australische Sender ABC veröffentlichte Aufnahmen, die die Bergung der Leiche durch eine Sondereinheit des indonesischen Militärs zeigen, die für die Bekämpfung von Aufständischen zuständig ist.

Der TPNPB-Sprecher Sebby Sambom erklärte, der Pilot habe eine von der Rebellengruppe verhängte Flugverbotszone missachtet und sei trotz einer Warnung weitgeflogen. Die Gruppe bekannte sich öffentlich zu der Tat. Sie bezeichnete die Tötung als “Signal” und direkte Botschaft an die Vereinigten Staaten.

Die Kämpfer der TPNPB warfen zivilen Piloten wie Gosselin zudem vor, indonesische Soldaten und militärische Nachschublieferungen in das umkämpfte Gebiet zu transportieren. Sowohl das indonesische Militär als auch die Fluggesellschaft PT AMA wiesen diese Vorwürfe zurück, wie das papuanische Nachrichtenportal Jubi berichtete. Sambom drohte mit weiteren Angriffen, falls die zivile Luftfahrt die Flugsperre nicht einhalte.

Radio New Zealand (RNZ) zitierte Sambom mit den Worten: “Wir übermitteln der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika über ihre Botschaft in Indonesien und den UN-Mitgliedstaaten, dass die Erschießung des amerikanischen Piloten die Quittung für einen Fehler der indonesischen, der Vereinigten Staaten von Amerika und der niederländischen Regierung ist.”

Gegenüber den Vereinten Nationen erhob der Rebellen-Sprecher Vorwürfe. Sie hätten es versäumt, “die eigentlichen Ursachen des seit 64 Jahren andauernden Konflikts in Papua zwischen dem indonesischen Militär und der Westpapua Nationalen Befreiungsarmee anzugehen.”

Die Insel Neuguinea ist politisch tief gespalten. Der Ostteil wurde 1975 als Papua-Neuguinea von Australien unabhängig. Der Westteil, zuvor niederländische Kolonie, wurde 1963 unter Druck der USA von den Vereinten Nationen an Indonesien übergeben. Indonesien benannte das Gebiet zunächst in Irian Jaya um; heute heißt es Papua. Die Menschenrechtslage dort gilt als äußerst angespannt.

Seit den 1960er Jahren existiert in der rohstoffreichen Region die papuanische Unabhängigkeitsbewegung Organisasi Papua Merdeka (OPM, “Bewegung für ein Freies Papua”). Der bewaffnete Arm dieser Bewegung ist die Nationale Befreiungsarmee West-Papuas (Tentara Pembebasan Nasional Papua Barat, TPNPB).

Die indonesische Regierung stuft die TPNPB als terroristische Organisation ein. Neben dieser Gruppe operieren in Westneuguinea noch weitere bewaffnete Einheiten, aber es gibt auch gewaltlosen zivilen Widerstand. Bereits 2023 hatte die TPNPB einen neuseeländischen Piloten entführt und ihn 19 Monate lang festgehalten. Im August 2024 töteten die Rebellen einen weiteren neuseeländischen Piloten.

Mehr zum Thema – Exklusiv: Indonesien kündigt engere Energiepartnerschaft mit Russland an

Schreibe einen Kommentar